Russische Analysten halten die Belastungen für untragbar
Schröder kündigt Hilfe für Russland bei Schulden an

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Russland Hilfe bei der Umschuldung seiner Auslandsschulden in Aussicht gestellt. In einem Interview mit dem nicht-staatlichen Radiosender Echo Moskau sagte Schröder am Dienstagmorgen, Deutschland sei bereit, über eine Umschuldung nachzudenken, sollte Russland in den Jahren 2003 oder 2004 Schwierigkeiten mit der Rückzahlung haben.

Reuters MOSKAU/ST.PETERSBURG. Die Bundesrepublik ist der größte Gläubiger Russlands. Schröder hielt sich am zweiten Tag der Konsultationen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg auf. Im Mittelpunkt standen vermutlich internationale Fragen und die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen.

Russland sei in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen, und solle dies auch tun, um seine Kreditwürdigkeit nicht zu verlieren, sagte Schröder. Russland wolle und könne die Schulden tilgen. Russlands Auslandsschulden betragen in diesem Jahr mehr als 30 Milliarden Mark. Bis zum Jahr 2003 wird eine Schuldenlast in Höhe von rund 39 Milliarden Mark erwartet. Russische Analysten halten diese Summe für eine untragbare Last für die Staatsfinanzen.

Schröder sagte nach dem Interview mit Echo Moskau, er betrachte dieses nicht als demonstrativen Akt, sondern als einen ganz normalen Vorgang. Er habe Journalismus stets als die demokratische Freiheit eines Landes angesehen, sagte Schröder. Darin stimme er mit Putin überein. Der Kanzler hatte sich am Vortag vor dem Hintergrund der heftigen innerrussischen Diskussion über die Zukunft der unabhängigen Medien nachdrücklich für Pressefreiheit in dem Land ausgesprochen.

Schröder: Pressefreiheit steht nicht im Zentrum der Gespräche

Journalisten des einzigen landesweit zu empfangenden nicht-staatlichen Fernsehsenders NTW befürchten durch dessen Übernahme seitens des staatlich kontrollierten Gaskonzerns Gazprom das Ende ihrer journalistischen Unabhängigkeit. NTW und Echo Moskau, das in Moskau und 66 weiteren Städten zu empfangen ist, gehören beide dem nicht-staatlichen Medienkonzern Media-Most an.

Am Montag war das Thema Pressefreiheit auch in dem Gespräch Schröders mit Putin zur Sprache gekommen. Schröder warnte allerdings: "Man soll nicht so tun, als wenn diese Frage die zentrale Frage der deutsch-russischen Beziehungen wäre." Das Thema werde bei weiteren Regierungskonsultationen nicht im Vordergrund stehen. Das zweitägige Regierungstreffen soll am Nachmittag in St. Petersburg zu Ende gehen.

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