Russischer Markt wird angepeilt
Cargolifter gibt Hoffnung nicht auf

Der angeschlagene Luftschiffbauer Cargolifter hofft trotz bisher ablehnender Aussagen von Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) weiter auf eine finanzielle Hilfe des Landes. "Die endgültige Entscheidung steht noch aus, und die warten wir ab", sagte Cargolifter-Sprecherin Silke Rösser am Freitag in Berlin.

dpa BERLIN. Fürniß hatte erklärt, das Land werde Cargolifter wegen eines fehlenden langfristigen Finanzierungskonzeptes vorerst nicht helfen. Nach Firmenangaben reicht das Geld nur noch wenige Wochen.

Trotz geringerer Chancen auf die dringend benötigte Finanzspritze legte Cargolifter am Freitag an der Börse zunächst zu. Die Papiere des im MDax notierten Unternehmens bewegten sich teils um acht Prozent im Plus bei 2,70 Euro.

Jungfernflug auf 2005 verschoben

Cargolifter entwickelt in Brandenburg ein Luftschiff, das Schwerstlasten über mehrere tausend Kilometer hinweg transportieren soll. Wegen der Finanzprobleme wurde der Jungfernflug auf 2005 verschoben. Das Projekt kostet mindestens 720 Mill. Euro. Bisher wurden 340 Mill. Euro in die Entwicklung gesteckt.

Laut Fürniß wird zudem zunächst kein Geld bereitgestellt, bevor nicht die Bundesregierung über Hilfen für das Unternehmen entschieden habe. Mit der Entscheidung ist aber nicht vor den Bundestagswahlen im Herbst zu rechen. Seit längerem verhandelt Cargolifter mit dem Land über ein Darlehen von bis zu 50 Mill. Euro. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums will sich das Potsdamer Kabinett am kommenden Dienstag mit dem Thema befassen.

Weitere Hoffnungen setzt das Unternehmen auf die Wandelanleihe, die seit kurzem auch von der breiten Öffentlichkeit gezeichnet werden kann. Die Anleihe war zunächst den eigenen Aktionären angeboten worden und hatte lediglich 3,8 Mill. Euro eingebracht. Erwartet worden waren mindestens zehn Millionen.

Unternehmen will in Russland Schiffe verkaufen

Cargolifter peilt unterdessen den russischen Markt an. Russische Luft- und Raumfahrt-Firmen sollen an der Entwicklung und Produktion des Transportluftschiffes und des Transportballons beteiligt werden. Dazu sei mit Aviaexport eine Absichtserklärung (letter of intent) unterzeichnet worden. Die russische Aktiengesellschaft Aviaexport handle im Namen der russischen Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Aviaholding der Gruppe Sibirski Aluminium und in Vollmacht der Agentur Rosaviakosmos. Bis 2002 solle die Zusammenarbeit vertieft sowie die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens geprüft werden.

Anfang Mai hatte Cargolifter mit Boeing in einer Absichtserklärung vereinbart, die geschäftlichen Möglichkeiten für die Entwicklung und Nutzung von Luftschiffen gemeinsam zu untersuchen. Finanzielle Zusagen machte der US-amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern allerdings nicht.

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