Russland im Viertelfinale
"Sbornaja" schickt "Tre Kronor" nach Hause

Nach ihrem ersten EM-"Endspiel" hat die russische Nationalmannschaft erstmals seit 20 Jahren die Gruppenphase eines großen Turniers überstanden. Im Vorrundenfinale der Gruppe D gegen Schweden gewann die "Sbornaja" mit 2:0 (1:0) und trifft als Gruppenzweiter hinter Spanien im Viertelfinale auf die bislang beste Mannschaft der Euro 2008.

Am Samstag (20.45 Uhr/live im ZDF) kommt es in Basel zur Neuauflage des EM-Endspiels von 1988 gegen den damaligen Europameister Niederlande (0:2). Roman Pawljutschenko (24.) und Andrej Arschawin (50.) erzielten die Tore für die Russen, die einen Sieg zum Einzug ins Viertelfinale benötigten. Entsprechend traten sie auch auf. Sie kombinierten teilweise hervorragend, aufgrund ihrer spielerischen Überlegenheit und zahlreicher Torchancen hätte der Erfolg noch höher ausfallen können. Die Schweden, die nur ein Unentschieden benötigt hätten, hatten vor 30 722 Zuschauern in Innsbruck keine echte Chance.

Für Russlands Coach Guus Hiddink ist es bereits das fünfte Mal, dass er als Nationaltrainer seine Mannschaft bei einem Turnier in die K.o-Runde führt. Zuvor hatte der 61 Jahre alte Niederländer dies als Bondscoach seines Heimatlandes (EM 1996, WM 1998) sowie mit Südkorea (WM 2002) und Australien (WM 2006) erreicht.

Für Torschütze Arschawin war es ein Einstand nach Maß in die EM-Endrunde. Russlands Fußballer des Jahres war im letzten Spiel der Qualifikation, einem 1:0 in Andorra, des Feldes verwiesen und dann für die ersten beiden Begegnungen der Euro gesperrt worden. Der Angreifer des Uefa-Cup-Siegers Zenit St. Petersburg schien auch gleich alles nachholen zu wollen, was er in den zwei vorangegangenen Spielen zwangsläufig nicht hatte leisten können.

Der 27-Jährige war sehr bemüht, sich einzubringen, und war bereits vor seinem Treffer außerordentlich präsent. Einen Kopfball setzte er zunächst aber neben das Tor (13.), einen Heber lenkte der schwedische Torhüter Andreas Isaksson noch über die Latte (21.). Nachdem Jurij Schirkows Weitschuss knapp am Ziel vorbeigeflogen war (21.), machte Torjäger Pawljutschenko kurzen Prozess: Im Anschluss an einen rasanten Spielzug über die rechte Seite lenkte er Alexander Anjukows Vorlage souverän ins Tor.

Die Schweden hatten sich bis dahin schwer getan, ins Spiel zu finden. Die Abwehr wirkte nicht souverän, nach vorne ging zunächst nicht viel. Geschockt vom Rückstand zeigten sie sich aber auch nicht, keine drei Minuten später flog ein Kopfball von "Oldie" Henrik Larsson ans Tordreieck (27.). Von Sturmpartner Zlatan Ibrahimovic war dagegen nichts zu sehen.

Mitten hinein ins Bemühen der Schweden um den Ausgleich platzte die Chance der Russen auf den Ausbau der Führung. Doch der Schuss von Pawljutschenko flog an die Latte, und den von Konstantin Syrjanow wieder in Richtung Tor geköpften Abpraller lenkte Isaksson noch zur Ecke (36.). Kurz vor der Pause prüfte Schwedens Kapitän Fredrik Ljungberg Torhüter Igor Akinfejew noch mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (43.). Drei Minuten später scheiterte auch Mikael Nilsson am Schlussmann von Zska Moskau.

Die Chancen kurz vor der Pause erwiesen sich zunächst als Strohfeuer, die Russen kamen mit frischen Elan und weiteren rasanten Spielzügen zurück aufs Feld - und hatten umgehend Erfolg, als Arschawin eine Vorlage von Schirkow nutzte. Danach ließen es die Russen etwas ruhiger angehen, ohne dass die Schweden so richtig in Fahrt kamen. Ihren Angriffen fehlte das Überraschungsmoment.

© SID

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