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Russland rätselt weiter über den Käufer von Yukos-Förderbetrieb

Über die Identität des Käufers von Juganskneftegas, dem Hauptförderbetrieb des russischen Ölunternehmens Yukos , herrscht in der russischen Öffentlichkeit weiterhin völlige Unklarheit.

dpa-afx MOSKAU. Über die Identität des Käufers von Juganskneftegas, dem Hauptförderbetrieb des russischen Ölunternehmens Yukos , herrscht in der russischen Öffentlichkeit weiterhin völlige Unklarheit. "Es gibt im Moment keine Informationen darüber, wer hinter der Baikalfinanzgruppe stehen könnte", teilten Analysten der Investmentgruppe UFG am Montag in Moskau mit.

Russische Medien vermuteten, dass es sich um eine Strohfirma des offiziell bei der Auktion unterlegenen Energiekonzerns Gasprom handele. Die Baikalfinanzgruppe hatte am Sonntag für rund sieben Mrd. Euro den Zuschlag für Juganskneftegas erhalten. Westliche Banken hatten den Wert des Förderbetriebs fast doppelt so hoch veranschlagt.

Die Tageszeitung "Iswestija" präsentierte ihren Lesern am Montag drei Varianten. Demnach habe die Baikalfinanzgruppe möglicherweise mit Geld des Gasprom-Konzerns geboten. Als Beleg dafür wurde die juristische Adresse der Baikalfinanzgruppe in der Stadt Twer erwähnt. Vor Ort sei kein Hinweis auf die Finanzgruppe zu finden, aber immerhin sei ein Geschäftspartner von Gasprom unter der Adresse gemeldet.

Als zweites wurde die Möglichkeit genannt, dass der Yukos-Konkurrent Surgutneftegas hinter dem Auktionsgewinner steht. Es sei in diesem Fall zu erwarten, dass Surgutneftegas später Juganskneftegas an Gasprom verkaufe. Als wenig wahrscheinlich galt die These, das vorübergehend mit Yukos fusionierte Ölunternehmen Sibneft könne gemeinsam mit der chinesischen Ölindustrie mitgeboten haben. Immerhin ging bislang ein Großteil der Yukos-Ölexporte an China.

Andere Analysten bezeichneten die Gasprom-Variante als unwahrscheinlich, da ein Unternehmen nicht mit mehr als einem Bieter bei einer Auktion vertreten sein dürfe. Die Versteigerung wäre damit ungültig.

Das russische Justizministerium verwies auf die Möglichkeit einer Renationalisierung des wichtigsten Yukos-Förderbetriebs. Wenn der Auktionsgewinner sein Gebot nicht zahlen könne, gehe das Objekt an den Staat zurück, betonte der für die Hauptstadt Moskau zuständige Ministerialbeamte Alexander Buksman. Nach russischem Auktionsrecht muss der Sieger innerhalb von 14 Tagen zahlen. Die Baikalfinanzgruppe hat nach offiziellen Angaben die Bietergarantie von 1,3 Mrd. Euro gezahlt.

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