Russland will Kurilen-Inseln nicht zurückgeben
Putin und Mori diskutieren über Friedensvertrag

Der russische Präsident stellte bereits vor Ankunft in Tokio heraus, dass er nicht bereit ist die Kurilen-Inseln an Japan abzutreten.

ap TOKIO. Der russische Präsident Wladimir Putin und der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori haben am Montag in Tokio Gespräche über einen Friedensvertrag aufgenommen. Haupthindernis für den Abschluss des Vertrages ist der Streit um die südlichen Kurilen-Inseln. Eine Einigung in diesem Punkt ist jedoch nicht zu erwarten, nachdem Putin unmittelbar vor seiner Ankunft in Tokio deutlich wie selten zuvor einen Verzicht auf die vier Inseln abgelehnt hatte, die in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs besetzt wurden. Japan und Russland wollen bis Ende des Jahres einen Friedensvertrag unterzeichnen.

Dessen ungeachtet sagte Mori der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge seinem Gast zu Beginn der Gespräche im Gästehaus der japanischen Regierung, er hoffe, dass sich die Gespräche in eine gute Richtung entwickelten. Es ist bereits die dritte Begegnung zwischen Mori und Putin in diesem Jahr. Wie das japanische Außenministerium mitteilte, erneuerte Mori während der 90-minütigen Unterredung am Vormittag einen Kompromissvorschlag von 1998, wonach Japan bereit wäre, die fortgesetzte russische Verwaltung über die Inseln zu akzeptieren, wenn Russland die japanischen Ansprüche auf die Inseln anerkenne. Putin lehnte dem Vernehmen nach den Kompromiss Tokios ab.

Am Nachmittag ging es bei einem zweiten Gespräch um wirtschaftliche Beziehungen und internationale Themen. Mori forderte Putin auf, die Bedingungen für Investitionen in Russland zu verbessern, wie ein Mitarbeiter des Außenministeriums erklärte. Ein weiteres Gespräch ist zum Abschluss des Besuchs Putins am Dienstag vorgesehen. Von den dreitägigen politischen Gesprächen in Japan erhofft sich der Kreml eine deutliche Ausweitung der Wirtschaftsbeziehungen.

Vertreter beider Seiten wollten etwa ein Dutzend Abkommen unterzeichnen, darunter ein Vertrag zur Zusammenarbeit in der Energiepolitik und ein Programm zur wirtschaftlichen Entwicklung der Kurilen-Inseln. Außerdem soll die Zusammenarbeit der Grenzposten verbessert werden. Am Ende der Gespräche am Montag übergab Mori seinem Gast einen Roboterhund, der russische Lieder bellt.

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