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Russland will Schulden mit Investitionshilfen verrechnen

Russland will anlässlich des Staatsbesuches von Präsident Wladimir Putin am Dienstag in Berlin über die Umwandlung seiner Schulden in Beihilfen für deutsche Investoren verhandeln.

Reuters BERLIN. "Dieses Modell lohnt sich für uns wie für die Investoren", sagte der russische Wirtschaftsminister German Gref der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Er wolle in seinen Gesprächen in Berlin um Investoren werben, sagte Gref. "Kein Markt der Welt entwickelt sich so dynamisch wie Russland." Bei dem Treffen zwischen Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder stehen die Einbindung Russlands in eine globale Allianz gegen den internationalen Terrorismus im Mittelpunkt.

Gref sagte weiter, die Anschläge in den USA vom 11. September hätten keine Auswirkungen auf die russische Konjunktur. Das Investitionsklima habe sich verbessert, im ersten Halbjahr 2001 hätten die Direktinvestitionen um 40 % über den Vorjahreswert gelegen.

Zu den größten deutschen Investoren gehören Gref zufolge der Handelskonzern Metro, der in Moskau 150 Mill. $ (rund 319 Mill. DM) investieren wolle. Continental steige mit 40 Mill. $ bei der Moskauer Reifenfabrik ein, Mannesmann mit 45 Mill. $ bei der Röhrenfabrik in Tscheljabinsk. Seit Anfang 2000 seien zudem 66 gemeinsame Forschungsprojekte vereinbart worden.

Die Bundesrepublik will das Modell "Schulden gegen Investitionshilfen" nur zur Tilgung von sowjetischen Transferrubelschulden gegenüber der DDR akzeptieren. Moskau erkennt die Höhe der Forderungen bislang nicht an, damit liegt auch das Umwandlungsschema auf Eis.

Putin beginnt seinen dreitägigen Staatsbesuch mit einem Besuch bei Bundespräsident Johannes Rau. Anschließend gibt Schröder ein Mittagessen zu seinen Ehren. Am Nachmittag hält Putin eine Rede im Bundestag.

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