Russland zum Dialog bereit
EU und Putin für politische Lösung in Tschetschenien

Russland und Frankreich haben beim Gipfeltreffen ihre einstig unterkühlte Beziehungen aufgegeben, und sich für eine schnelle Lösung des Tschetschenien-Konflikts ausgesprochen.

Reuters PARIS. Russland und die Europäische Union (EU) haben sich am Montag bei ihrem Gipfeltreffen in Paris für eine politische Lösung des Tschetschenien-Konflikts ausgesprochen. Der französische Präsident Jacques Chirac sagte, erstmals seien sich beide Seiten über die Notwendigkeit einer politischen Beilegung einig gewesen. In einer nach Gipfelende veröffentlichten Erklärung heißt es, eine politische Lösung müsse die territoriale Unversehrtheit Russlands respektieren. Zudem wird "Terrorismus in jeglicher Form" verurteilt. Russland führt seit mehr als einem Jahr Krieg in Tschetschenien, das Teil der Russischen Föderation ist, sich seit 1991 aber als unabhängiger Staat betrachtet.

Putin sagte, sein Land sei zum Dialog mit allen Kräften in der Kaukasusrepublik bereit. Er schloss indes jeden Kontakt mit Personen aus, die hinter Gewalttaten steckten oder diese ausführten. Putin zufolge richtet sich der Tschetschenien- Feldzug des russischen Militär ausschließlich gegen islamistische Separatisten in der mehrheitlich von Moslems bewohnten Republik.

Das Gipfeltreffen dürfte Russland und Frankreich die Möglichkeit gegeben haben, ihre wegen des Tschetschenienkrieges zeitweilig unterkühlten Beziehungen zu verbessern. Nach seinem Amtsantritt im März hatte Putin beim Besuch in Westeuropa Frankreich ausgelassen. Frankreich hat die russische Tschetschenien-Politik wiederholt kritisiert. Derzeit hat Frankreich die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Der Chef der EU-Kommission, Romano Prodi, unterbreitete bei dem Gipfel Vorschläge für eine deutliche Steigerung von Energie- Exporten aus Russland in die EU in den kommenden beiden Jahrzehnten. Auf diese Weise soll in Westeuropa künftig Krisen vorgebeugt werden, wie sie jüngst durch den massiv gestiegenen Ölpreis entstanden waren. Prodi zufolge sollen im Gegenzug für die gesteigerten Energie-Exporte die ausländischen Investitionen in die russische Infrastruktur erhöht werden.

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