RWE unter Druck
Dax pendelt um Vortagesschluss

Die deutschen Standardaktien haben sich am Dienstag in einem ruhigen Handelsverlauf mit leichten Kursverlusten präsentiert.

Reuters FRANKFURT. Investoren warteten auf neue Impulse, die die weitere Richtung vorgeben würden, sagte Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust. "Ich gehe davon aus, dass sich der Markt in den nächsten zwei Wochen seitwärts bewegen wird", fügte er hinzu und verwies auf dann möglicherweise anstehende Gewinnwarnungen von Unternehmen für das vierte Quartal. Unter Druck standen die Aktien des Energieversorgers RWE, die nach Nachrichten über die Begebung einer Wandelanleihe um zeitweise mehr als drei Prozent nachgaben.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am späten Vormittag mit 5 114 Zählern auf seinem Vortagesniveau. Am Neuen Markt verlor der Blue-Chip-Index Nemax50 um 0,7 Prozent auf 1 319 Zähler. Der M-Dax für die mittelschweren Werte notierte kaum verändert bei 4 272 Punkten.

Die Marktteilnehmer verhielten sich derzeit sehr vorsichtig, hieß es. "Man wartet auf die Unternehmensberichte zum Verlauf des Geschäfts im vierten Quartal", sagte Fondsmanager Forde. Davon erhofften sich Investoren Aufschluss darüber, ob die Wirtschaft wirklich auf dem Wege der Besserung sei, wie es der Markt in den jüngsten Wochen bereits vorweg genommen hatte. "Die Daten, die in der nächsten Zeit wichtig sein werden, sind Einzelhandelsumsätze und Lagerbestände in den USA." Außerdem würde genau auf die Berichte von Einzelhandelskonzernen wie Wal Mart geachtet werden. "Daran kann man erkennen, ob das Thanksgiving-Geschäft (Erntedankfest) wirklich was gebracht oder nur die Läger gefüllt hat." Sollten sich die Lagerbestände erhöht haben, sei das als negativer Indikator für den gesamten Geschäftsverlauf im vierten Quartal zu werten.

Wenig Impulse erwartet Forde von der gegen 16:00 Uhr (MEZ) anstehenden Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens für November. "Das wird wohl besser als erwartet ausfallen, aber den Markt nur wenig beeinflussen", prognostizierte er. Man wolle nun nicht mehr wissen, was der Verbraucher gedenkt zu tun, sondern bessere Unternehmensergebnisse sehen. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt einen Anstieg des Index auf 87,9 von 85,5 Punkten im Oktober.

Wandelanleihe setzt RWE unter Druck

Unter den Dax-Werten standen vor allem die Aktien von RWE mit einem Minus von knapp drei Prozent auf 42,85 Euro unter Abgabedruck. Händler verwiesen auf die Begebung einer Wandelanleihe der Allianz AG in die Titel des Energiekonzerns. Nach Angaben des Versicherungskonzerns hat die Anleihe ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro.

Fester notierte indes die Technologiewerte. Die Titel von Siemens zogen um rund zwei Prozent auf 69,87 Euro an, SAP legten um 1,4 Prozent auf 133,65 Euro zu, Infineon und Epcos stiegen um 1,5 beziehungsweise 1,3 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass diese Werte von einer konjunkturellen Erholung am schnellsten profitierten. Zudem verleihe eine freundliche Vorgabe der US-Technologiebörse Nasdaq vom Vortag den Titeln Auftrieb. Der Index war mit einem Plus von zwei Prozent auf 1 941 Zählern aus dem Handel gegangen, während der Industriewerteindex Dow Jones um 0,2 Prozent fester auf 9 982 Punkten schloss.

Die im M-Dax notierten Aktien des Pharmagroßhändlers Gehe gaben um 4,6 Prozent auf 41,10 Euro nach, was Börsianer mit der Begebung einer Wandelanleihe durch die Duisburger Holding Franz Haniel & Co begründeten.

Am Neuen Markt verloren die Aktien von D Logistics nach Vorlage von Geschäftszahlen 4,5 Prozent auf 10,45 Euro. Die Aktien von Lambda Physik büßten mehr als zehn Prozent auf 19,01 Euro ein. Händler sagten, für den Kursrückgang gebe es keine fundamentalen Gründe. "Das ist eine vorübergehende Delle und die Leute kaufen schon wieder", sagte ein Börsianer.

Die Aktien von Intershop stiegen im Vorfeld einer Pressekonferenz zu einer neuen Software für den elektronischen Handel um knapp neun Prozent auf 2,59 Euro.

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