RWE unter Druck
Nachgebende US-Futures belasten Dax

Die deutschen Standardaktien haben sich am Dienstag in einem ruhigen Handelsverlauf mit leichten Kursverlusten präsentiert.

Reuters FRANKFURT. Investoren warteten auf neue Impulse, die die weitere Richtung vorgeben würden, sagte Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust. "Ich gehe davon aus, dass sich der Markt in den nächsten zwei Wochen seitwärts bewegen wird", fügte er hinzu und verwies auf dann möglicherweise anstehende Gewinnwarnungen von Unternehmen für das vierte Quartal. Unter Druck standen die Aktien des Energieversorgers RWE, die nach Nachrichten über die Begebung einer Wandelanleihe um zeitweise mehr als drei Prozent nachgaben.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hatte im frühen Verlauf über weite Strecken um seinen Vortagesschluss gependelt und gab bis zum Mittag um 0,4 Prozent auf 5 093 Zähler nach. Am Neuen Markt verlor der Blue-Chip-Index Nemax 50 rund ein Prozent auf 1 314 Zähler. Der M-Dax für die mittelschweren Werte notierte indes mit einem Plus von 0,3 Prozent freundlich bei 4 284 Punkten. Mit Blick auf die leicht nachgebende Kurse verwiesen Händler auf eine schwächere Tendenz der für den Handelsstart der US-Börsen maßgeblichen Futures, die den deutschen Markt etwas belasteten. Am Vortag war der Technologie-Index Nasdaq in New York mit einem Plus von zwei Prozent auf 1 941 Zählern aus dem Handel gegangen, der Industriewerteindex Dow Jones hatte um 0,2 Prozent fester auf 9 982 Punkten geschlossen.

Die Marktteilnehmer verhielten sich derzeit sehr vorsichtig, hieß es. "Man wartet auf die Unternehmensberichte zum Verlauf des Geschäfts im vierten Quartal", sagte Fondsmanager Forde. Davon erhofften sich Investoren Aufschluss darüber, ob die Wirtschaft wirklich auf dem Wege der Besserung sei, wie es der Markt in den jüngsten Wochen bereits vorweg genommen hatte. "Die Daten, die in der nächsten Zeit wichtig sein werden, sind Einzelhandelsumsätze und Lagerbestände in den USA." Sollten sich die Lagerbestände erhöht haben, sei das als negativer Indikator für den gesamten Geschäftsverlauf im vierten Quartal zu werten.

Wenig Impulse vom US-Verbrauchervertrauen erwartet

Wenig Impulse erwartet Forde von der gegen 16.00 Uhr (MEZ) anstehenden Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens für November. "Das wird wohl besser als erwartet ausfallen, aber den Markt nur wenig beeinflussen", prognostizierte er. Man wolle nun nicht mehr wissen, was der Verbraucher gedenkt zu tun, sondern bessere Unternehmensergebnisse sehen. Analysten erwarten im Schnitt einen Anstieg des Index auf 87,9 von 85,5 Punkten im Oktober.

Unter den Dax-Werten standen vor allem die Aktien von RWE mit einem Minus von rund vier Prozent auf 42,32 Euro unter Abgabedruck. Händler verwiesen auf die Begebung einer Wandelanleihe der Allianz AG in die Titel des Energiekonzerns. Nach Angaben des Versicherungskonzerns hat die Anleihe ein Volumen von 1,2 Mrd. Euro. Allianz -Aktien verloren 1,5 Prozent auf 256,26 Euro.

Fester notierten indes die Technologiewerte. Die Titel von Siemens zogen um 2,1 Prozent auf 69,98 Euro an, SAP legten um 0,4 Prozent auf 132,30 Euro zu, Infineon und Epcos stiegen um 0,6 beziehungsweise 2,2 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass diese Werte von einer konjunkturellen Erholung am schnellsten profitierten. Zudem verleihe eine freundliche Vorgabe der Nasdaq vom Vortag den Titeln Auftrieb.

Umstrukturierung bei Deutscher Bank positiv bewertet

Die Aktien der Deutschen Bank zogen um 2,2 Prozent auf 75,25 Euro an. Ein Börsianer sagte, die Umstrukturierung der Bank sei ein Schritt in die Zukunft und könne positiv bewertet werden. Einem Zeitungsbericht zufolge plant der designierte Vorstandssprecher Josef Ackermann einen radikalen Umbau der Bankführung.

Die im M-Dax notierten Aktien des Pharmagroßhändlers Gehe gaben um 5,3 Prozent auf 40,79 Euro nach, was Börsianer mit der Begebung einer Wandelanleihe durch die Duisburger Holding Franz Haniel & Co begründeten.

Am Neuen Markt verloren die Aktien von D Logistics nach der Vorlage von Geschäftszahlen 3,7 Prozent auf 10,55 Euro. Die Aktien von Lambda Physik büßten mehr als elf Prozent auf 18,80 Euro ein. Die Aktien von Intershop stiegen um mehr als acht Prozent auf 2,58 Euro.

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