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RWE verkauft Umwelt-Gruppe - Rethmann wird größter Entsorger

Der Essener Versorgungskonzern RWE treibt die Konzentration auf sein Kerngeschäft Wasser und Energie voran und verkauft die Umwelt-Sparte an den Lünener Rethmann-Konzern.

dpa-afx ESSEN/LÜNEN. Der Essener Versorgungskonzern RWE treibt die Konzentration auf sein Kerngeschäft Wasser und Energie voran und verkauft die Umwelt-Sparte an den Lünener Rethmann-Konzern.

Der Entsorgungs- und Logistikkonzern soll zwar aus kartellrechtlichen Gründen nur 70 % der Umwelt-Tochter erhalten, würde damit aber zum mit Abstand größten deutschen Entsorger aufsteigen. Der Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE) begrüßte die Transaktion. Die RWE-Aktie fiel bis zum Freitagnachmittag gegen den Trend um 0,38 % auf 39,27 ?.

Der Wert der RWE-Tochter wird mit 800 Mill. ? angegeben. Rund 400 Mill. aus der Transaktion, die unter dem Vorbehalt des Kartellamtes stehe, sollten zum Schuldenabbau eingesetzt werden, teilte RWE am Freitag in Essen mit. Ende Juni wies der RWE-Konzern einen Schuldenstand in Höhe von 15,7 Mrd. ? auf.

Verträge Sollen Bald Unterzeichnet Werden

Die Verträge sollen in Kürze unterschrieben werden, kündigten beide Unternehmen an. Der Vorstandsvorsitzende der Rethmann AG & Co. KG, Hermann Niehues, geht davon aus, dass die Übernahme im ersten Quartal 2005 erfolgen wird. Über den genauen Kaufpreis hüllten sich beide Parteien in Schweigen. Der Wert der Übernahme wird allerdings mit zwei Dritteln des Unternehmenswertes der Umwelt AG beziffert.

Die noch bei RWE verbleibenden 30 %, die insbesondere aus regionalen Beteiligungen an kommunalen Entsorgern besteht, will der Konzern in den nächsten drei Jahren verkaufen. Zunächst verbleiben damit noch unter anderem 50 % der Hausmüllverträge bei RWE. "An wen verkauft wird, werden wir im Einzelfall prüfen", sagte RWE - Sprecher Bill Mac Andrews.

Keine Äusserungen ZU Arbeitsplätzen

Rethmann wollte keine Angaben darüber machen, ob es weitere Planungen für den weiteren Erwerb restlicher Teile der Umwelt AG gibt. Auch zur Frage eines möglichen Stellenabbaus nach der Übernahme wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Neben dem Entsorgerverband begrüßte auch der Rethmann-Betriebsrat das Vorhaben. "Die führende Position im Entsorgungsmarkt für die Rethmann-Gruppe wird dadurch gestärkt", sagte Konzernbetriebsratschef Wolfgang Steinberg.

Rethmann soll mit der Teil-Übernahme die Geschäfte in den Regionen Nord - (mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern) - Rhein- Ruhr, Rheinland, Süd, Südwest (außer Hessen) sowie ausgewählte Teile der Region Ost erwerben. Außerdem enthält das Paket das Beteiligungsportfolio einschließlich der Buchen Umweltservice Gmbh, die überregionalen Spezialgesellschaften sowie die Zentrale der RWE Umwelt AG in Viersen. Viersen war früher Firmensitz vom Entsorger Trienekens, den RWE übernommen hatte.

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