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RWE-Vorstandschef Kuhnt will ab 2003 jährlich 5 Mrd. DM einsparen

Der Unternehmenschef reagiert damit auf die Auflagen des Bundeskartellamtes. Er fordert eine gleichgewichtige Marktöffnung für Europa.

dpa-afx FRANKFURT. Das Energieunternehmen RWE plant bis 2003 eine weitere jährliche Kosteneinsparung von fünf Mrd. DM. Wie RWE-Vorstandschef Dietmar Kuhnt der "Welt am Sonntag" sagte, werde man "mit einer radikalen Kosteneinsparung" auf die Pläne des Bundeskartellamtes reagieren, für den ostdeutschen Stromhersteller Veag einen ausländischen Energieunternehmer zu favorisieren. "Wir werden bis zum Jahr 2003 zusätzlich zu den bisher schon erreichten massiven Kostensenkungen jährlich fünf Mrd. DM einsparen", sagte Kuhnt.

RWE muss sich im Rahmen der Fusion mit VEW von der Veag trennen. Laut Kuhnt ist der deutsche Strommarkt für alle Anbieter offen. "Eine solche gleichgewichtige Marktöffnung fehlt aber noch für ganz Europa. Deswegen können wir nicht alle Auflagen des deutschen Kartellamtes nachvollziehen", sagte Kuhnt.

Kuhnt hält den Ausstieg aus der Atomenergie auch nach der Einigung mit der rot-grünen Bundesregierung weiterhin für falsch. Der Energiewirtschaft sei es beim Kompromiss über den Ausstieg wichtig gewesen, "die jahrelange Politik der Nadelstiche" zu beenden, sagte Kuhnt der Zeitung. "Wir wollen sicherstellen, dass die Regierung einen störungsfreien Kraftwerksbetrieb und eine gesicherte Entsorgung gewährleistet." Die vereinbarte Planungssicherheit werde sich positiv auf den Aktienkurs auswirken, sagte Kuhnt.

Im Falle eines Regierungswechsels hält Kuhnt eine erneute Diskussion über den Atomausstieg für möglich. "Energiepolitik kann nur langfristig sein. Der Betrieb von Kraftwerken und Entsorgungsanlagen darf nicht von den Ergebnissen einer Bundes- oder Landtagswahl abhängen", sagte Kuhnt. Seiner Meinung nach muss deshalb die CDU-Opposition in den Kompromiss eingebunden werden.

In der ausgehandelten Einigung wird für jeden der 19 deutschen Atommeiler festgelegt, welche Strommenge er bis zu seiner Stilllegung noch produzieren darf. Insgesamt gehen die Parteien dabei von einer Regellaufzeit von 32 Kalenderjahren aus.

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