RWE will in Osteuropa weiter zukaufen

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RWE will in Osteuropa weiter zukaufen

Der RWE-Konzern will auch nach der jüngsten Übernahme des tschechischen Ferngasunternehmens Transgas in Osteuropa weiter zukaufen.

rtr ESSEN. "Es ist zutreffend, dass wir in der Slowakei und Rumänien, aber auch in Polen interessiert sind", sagte Heinz-Werner Ufer, Vorstandschef der RWE-Vertriebstochter RWE Plus AG, am Mittwoch.

"In der Slowakei werden wir bis Ende März/Anfang April voraussichtlich ein verbindliches Angebot abgeben", sagte Ufer. Nach einem ersten unverbindlichen Angebot sei man in der Phase der Machbarkeitsstudie. In dem südosteuropäischen Land sollen drei Energieversorger noch in diesem Jahr privatisiert werden. In Rumänien habe RWE Anfang der Woche offiziell ein grundsätzliches Interesse an der Beteiligung an Versorgungsunternehmen bekundet", sagte Ufer am Rande der Messe "E-World of Energy" in Essen. Auch in Rumänien soll nach den Informationen der Regierung die Stromwirtschaft noch 2002 privatisiert werden. In Polen verzögert sich diese Liberalisierung Ufer zufolge vor allem, weil sich die Politik nicht über Ausmaß und Vorgehen einigen könne. "Das ist ein schwieriger politischer Prozess, aber wir haben noch die Hoffnung, dass es in 2002 eine Entscheidung geben wird."

In Russland berate RWE die dortige Regierung in Privatisierungsfragen. Als "Geste" sei man mit etwa einem Prozent an den Moskauer Stadtwerken beteiligt. "In Osteuropa sind wir nicht an Megafusionen interessiert, sondern vor allem an großen Stadtwerken oder regionalen Weiterverteilern", erklärte Ufer die Konzernstrategie.

Weitere Beteiligungen in Deutschland offen

In Deutschland setze RWE seine Strategie des dezentralen Vertriebs fort. Strom solle auch künftig "gemeinschaftlich mit Stadtwerken" verkauft werden. RWE ist Ufers Angaben zufolge an einer dreistelligen Zahl von Stadtwerken mit einer Minderheit beteiligt. "Ziel ist es, den Bestand zu sichern und zu optimieren", sagte Ufer. Ob er weitere Minderheitsbeteiligungen erwägt, ließ der seit einem halben Jahr an der Spitze des Vertriebs stehende RWE-Vorstand offen. In der Branche werden derzeit übertrieben hohe Preise solcher Beteiligungen als Hindernis für den Einstieg bemängelt. In Deutschland gibt es rund 900 Stadtwerke.

Nach der Anhebung für Strompreises zu Jahresbeginn hat RWE nach Ufers Angaben derzeit keine weiteren Preiserhöhungen geplant. "Nach dem leichten Anstieg zu Jahresbeginn sehe ich auch keine exklusive Entwicklung", fügte Ufer hinzu. Die Talsohle bei den Preisen sei inzwischen durchschritten.

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