RWE will Tankstellengeschäft an Shell abgeben
Dea macht mit Shell gemeinsame Sache

Der niederländisch-britische Mineralölkonzern Shell steht Presseberichten zufolge kurz vor dem Einstieg bei der RWE-Tankstellen-Tochter Dea. Die Tageszeitungen "Handelsblatt" und "Die Welt" berichteten am Dienstag vorab, das Geschäft werde schon bald bekannt gegeben. Sprecher von RWE und RWE Dea wollten die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren. Durch den Zusammenschluss würde die mit rund 3 100 Stationen größte Tankstellen-Kette in Deutschland entstehen, berichtete "Die Welt". Über einen Verkauf des nicht mehr zum RWE-Kerngeschäft zählenden Dea-Netzes wird bereits seit längerem spekuliert.

rtr/vwd DÜSSELDORF. Während "Die Welt" unter Berufung auf Branchenkreise berichtete, Shell wolle Dea übernehmen, hieß im "Handelsblatt", die Tankstellentochter des Essener Konzerns werde mit der Deutsche Shell GmbH fusionieren. Details zu der Vereinbarung würden möglicherweise bereits am Mittwoch veröffentlicht, hieß es in beiden Blättern. Neben dem Tankstellengeschäft will Shell der "Welt" zufolge wahrscheinlich auch das Raffineriegeschäft der RWE-Tochter übernehmen. Die Aktien der RWE AG notierten nach Bekanntwerden der beiden Zeitungsberichte weiter rund ein Prozent fester.

Durch einen Zusammenschluss entstünde der mit rund 3 100 Stationen größte inländische Tankstellenbetreiber. Aral, mit rund 2 300 Stationen und einem Marktanteil von etwa 19 Prozent bislang Branchenprimus in Deutschland, würde von Shell/Dea auf den zweiten Platz verdrängt. Branchenexperten sagten der "Welt", es sei wahrscheinlich, dass RWE nicht nur die 1620 Tankstellen der RWE-Dea AG an Shell abgibt, sondern auch die beiden Raffinerien in Heide (Holstein) und Wesseling bei Köln. Damit wäre Shell/Dea auch der größte deutsche Raffineriebetreiber.

Shell bleibt in jedem Fall die Premiummarke

Nach Handelsblatt-Informationen ist noch offen, ob "Dea" als eigenständige Marke erhalten bleibt - Rabattkarte Payback inklusive. Neben die Premiummarke Shell träte in diesem Fall eine eine preisreduzierte Marke "Dea". Wichtigste Konkurrenz für die neu positionierte Marke werde in dieser Konstellation "Jet" des US-Konzerns Conoco, hieß es in dem Bericht weiter.

Gerüchte um eine Abtrennung der RWE Dea vom RWE-Konzern kursieren bereits seit längerem. Im vergangenen Herbst war wochenlang spekuliert worden, die Tankstellen gingen eine Kooperation mit BP ein. RWE Dea gehört bei RWE erklärtermaßen nicht mehr zum Kerngeschäft des Konzerns. Shell und Dea hätten schon im vergangenen November Gespräche bestätigt, hieß es im "Handelsblatt" weiter.

Im September waren Verhandlungen der RWE mit der britischen BP Amoco plc, London, über eine ähnliche Allianz am Widerstand der RWE-Dea-Zentrale gescheitert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%