RWI: EU-Beitrittsländer beschleunigen Aufholprozess: Starkes Wachstum in baltischen Staaten erwartet

RWI: EU-Beitrittsländer beschleunigen Aufholprozess
Starkes Wachstum in baltischen Staaten erwartet

Die ost- und mitteleuropäischen EU-Beitrittsländern werden dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) zufolge ihren wirtschaftlichen Aufholprozess in diesem Jahr beschleunigen. Ein starker Abbau der insgesamt hohen Arbeitslosigkeit sei aber nicht zu erwarten.

HB BERLIN. Für dieses Jahr erwartet das RWI in seinem am Freitag veröffentlichten Konjunkturbericht eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstum in den Ländern, die am 1. Mai der Europäischen Union (EU) beitreten, um insgesamt 3,9 % nach voraussichtlich 3,4 % im vergangenen Jahr. Vor allem in den drei baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) überdurchschnittlich stark zwischen fünf und 6,5 % zulegen. Für Deutschland und für die Euro-Zone erwartet das RWI ein Wachstum von 1,8 %.

Die größte Volkswirtschaft in der Region, Polen, hat sich nach Analyse des RWI von einer Schwächephase erholt und wird 2004 um 4,0 % wachsen nach 3,3 % in 2003. Für Tschechien, Ungarn und die Slowakei erwarten die Forscher ein BIP-Wachstum von 3,1 %, 3,5 % und 4,3 %. Das slowenische BIP sollte demnach 2004 um 3,0 % zulegen.

"Im Prognosezeitraum dürfte die wirtschaftliche Dynamik hoch bleiben, getragen sowohl von der Binnen- als auch der Außennachfrage", hieß es in dem RWI-Konjunkturbericht. Bei niedriger Inflation stiegen die real verfügbaren Einkommen, was den privaten Konsum stärken werde.

Eine deutliche Besserung auf den jeweiligen Arbeitsmärkten sei trotz steigender BIP-Raten jedoch nicht abzusehen, da weiterhin Rationalisierungen in den Unternehmen anstünden, um die Produktivität der Arbeitnehmern zu erhöhen. "Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit bleibt somit ein gesellschaftliches Problem und ist eine wesentliche Ursache der angespannten Lage der Staatshaushalte insbesondere in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei", schrieben die RWI-Forscher.

Mit einer Arbeitslosenquote von voraussichtlich 20 % auch in diesem Jahr nimmt Polen den letzten Platz unter den Beitrittskandidaten ein. Insgesamt dürfte die Quote in allen acht Ländern zusammen dem RWI zufolge dieses Jahr leicht auf 14,7 von 14,9 % im vergangenen Jahr sinken.

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