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RWI senkt Wachstumsprognose 2005 für Deutschland auf 1,3 Prozent

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr deutlich nach unten revidiert. In Deutschland werde jetzt lediglich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent erwartet, teilte das RWI am Montag in Essen mit.

dpa-afx ESSEN. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr deutlich nach unten revidiert. In Deutschland werde jetzt lediglich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent erwartet, teilte das RWI am Montag in Essen mit. Bislang war das Institut von einem Wachstum von 1,8 Prozent ausgegangen. Grund für die schwächeren Aussichten sei unter anderem eine unerwartete Verlangsamung des Wachstums im dritten Quartal 2004.

Das staatliche Budgetdefizit wird der RWI-Prognose zufolge im kommenden Jahr mit 3,4 Prozent des nominalen BIP zum vierten Mal in Folge die Defizitgrenze des Maastrichter Vertrags überschreiten. Die Zahl der Arbeitslosen werde im nächsten Jahr auf knapp 4,5 Mill. im Jahresdurchschnitt ansteigen. Viele erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger müssten sich im Zuge der Hartz IV-Reform als arbeitslos registrieren lassen, schreiben die Experten.

Belebung DER Binnenkonjunktur

Die überraschend deutliche Abschwächung der Exporte bei verstärkter Zunahme der Einfuhren habe das Wachstum im dritten Quartal gedämpft, schreibt das RWI. Der hohe Rohölpreis habe den bis dahin kräftigen weltwirtschaftlichen Aufschwung gedämpft. Die jüngste Aufwertung des Euro habe allerdings "noch keine Rolle" gespielt. Der Höhenflug der europäischen Gemeinschaftswährung dürfte aber in den kommenden Monaten den Export beeinträchtigen. Daher sei seitens der Außenwirtschaft nur moderates Wachstum zu erwarten.

Es mehrten sich jedoch die Anzeichen für eine Belebung der Binnennachfrage, teilte das RWI mit. Die Ausrüstungsinvestitionen seien im dritten Quartal 2004 erstmals seit Mitte 2000 spürbar ausgeweitet worden. Auch die Umsätze im Einzelhandel sowie Verbraucherumfragen zeigten, dass der private Konsum allmählich seine Schwäche überwindet. Die günstige Tendenz bei der Binnenkonjunktur dürfte 2005 anhalten. Der Rückgang der Bauinvestition dürfte jedoch dazu führen, dass die Dynamik nicht allzu hoch sein dürfte.

In der vergangenen Woche hatte bereits das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 1,2 auf 0,8 Prozent gesenkt. Als Grund wurde vor allem ein unerwartet starker Einbruch bei der Auslandsnachfrage im dritten Quartal dieses Jahres angegeben. In der Prognose des IfW wird die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für 2005 auf 4,48 Mill. geschätzt, nach 4,38 Mill. in diesem Jahr.

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