S & P-Index mit höchstem Halbjahresverlust seit zwei Jahrzehnten
US-Bankensektor unter Abgabedruck

Vor allem in den Branchen Automobil, Biotechnologie und Banken kam es gestern zu deutlichen Kursabschlägen. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index verlor rund 2,2 %. Der Dow-Jones-Index und der Standard-&- Poor?s-500-Index büßten jeweils 1,3 % ein. Der S & P-500-Index hat damit in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits einen Verlust von 11 % erlitten - der höchste Verlust in dieser Zeitspanne seit 1973. Der Dow-Jones-Index schloss unter der Marke von 9 500 Punkten.

skl/HB NEW YORK. 1 443 Kursgewinnern standen 1 759-verlierer gegenüber Es wurden 1,3 Mrd. Aktien gehandelt. Die 10jährige US-Anleihe rentierte zum Handelsschluss mit 4,79 %.

Erneut reagierten die Anleger nervös auf gestern veröffentlichte Konjunkturdaten. Diese ließen keinen eindeutigen Schluss über einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung in den USA zu. Das Handelsbilanzdefizit in den USA erreichte eine neue Rekordhöhe mit 35,94 Mrd. US-Dollar im April, das Defizit der Leistungsbilanz für das erste Quartal 2002 erreichte mit 112,5 Mrd. US-Dollar ebenfalls einen neuen Rekord.

Die wöchentlich veröffentlichte US-Arbeitsmarktstatistik zeigt nur einen minimalen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 2 000 auf 393 000 im Vergleich zur Vorwoche. Dies sei ein Indiz dafür, dass der Arbeitsmarkt nur sehr verhalten von der konjunkturellen Erholung profitiere, sagten Analysten.

Auch der unerwartet deutliche Anstieg des Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia im Juni von 9,1 Punkten auf 22,2 Punkte stützte die Aktienkurse in New York nur kurzfristig. Analysten hatten zuvor lediglich mit einem Anstieg des Index auf 12,4 Zähler gerechnet.

Unternehmensmeldungen hatten dagegen zum Teil dramatische Kursausschläge zur Folge. Deutliche Abschläge von mehr als 4 % gab es bei den US-Automobilkonzernen Ford und General Motors. Analyst Stephen Girsky von Morgan Stanley Dean Witter hatte die Automobilhersteller und auch einzelne Aktien von Zulieferern von "Übergewichten" herabgestuft. Er erwartet nur noch eine durchschnittliche Kursentwicklung. Auch die Papiere von Daimler-Chrysler verloren.

Eine pessimistische Analyse der Medienbranche durch Merrill Lynch ließ die Disney-Aktie rund 6 % verlieren. Disney war damit Tagesverlierer im Dow-Jones-Index.

Die Aktie von Genzyme General brach um rund 25 % ein. Das Tochterunternehmen des Bio-Tech-Konzerns Genzyme hatte zuvor eine Gewinn- und Umsatzwarnung veröffentlicht. Als Grund wurde der Absatzeinbruch des Nierenpräparates Renagel genannt. Das Medikament habe die selbst gesteckten Umsatzziele nicht erreicht, zudem habe der Großhandel die Lagerbestände abgebaut, hieß es bei Genzyme. Bei dem Biotech-Unternehmen Imclone sorgten Probleme bei der Zulassung eines Krebsmedikaments für ein Minus von 20 %.

Auch der Bankensektor stand gestern unter Abgabedruck. Die Citigroup-Aktien verloren rund 4 %, nachdem die Häuser Morgan Stanley, Goldman Sachs und Lehman Brothers einen Einbruch bei den Quartalsergebnissen verkündet hatten. Die Aktien von JP Morgan und American Express verloren ebenfalls. Für die Investmentbanken zeichnet sich bei unveränderter Marktsituation die schlechteste Geschäftsentwicklung seit 1994 ab. Goldman Sachs teilte mit, dass der Gewinn im vergangenen Quartal um 2,4 % gesunken sei.

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