Saarlouiser CTS versprach bis zu 60 Prozent Zinsen im Halbjahr: Finanzgericht weist geprellte Anleger ab

Saarlouiser CTS versprach bis zu 60 Prozent Zinsen im Halbjahr
Finanzgericht weist geprellte Anleger ab

Die beim Millionenskandal um die Finanzfirma CTS betrogenen Geldanleger müssen ihre zeitweise hohen Zinserträge auch bei Gesamtverlusten versteuern.

HB/dpa SAARBRÜCKEN. Das hat das Finanzgericht des Saarlandes in einem am Dienstag bekannt gegebenen Beschluss (Az. 1 V 445/02) entschieden. Im Gegensatz zu einer Entscheidung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (Az. 2 V 2333- 02 vom 19. Dezember 2002) wiesen die Saarbrücker Richter den Antrag eines geprellten Beamtenehepaares auf Aussetzung der Steuervollziehung zurück.

Bei Skandal und die Saarlouiser Firma CTS, in dem die Saarbrücker Staatsanwaltschaft noch ermittelt, sollen rund 3 000 Geldanleger aus ganz Deutschland um zusammen rund 70 Millionen Euro geprellt worden sein. Den vorwiegend aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz kommenden Geldanlegern sollen dabei über ein "Schneeballsystem" bis zu 60 Prozent Zinsen im Halbjahr versprochen und zeitweise aus immer neuen Geldanlagen auch ausgezahlt worden sein, bis das ganze System in sich zusammenbrach und die Firma CTS vor zwei Jahren in Insolvenz ging.

Das saarländische Beamtenehepaar, das Geld bei der CTS anlegte und sich gegen die vom Finanzamt geforderte Nachversteuerung der Kapitalerträge wehren wollte, hatte am Ende noch rund 30 000 Euro auf dem Konto. Dennoch müssen die Eheleute für die Jahre 1998 bis 2001 die ihnen zumindest buchmäßig gut geschriebenen Kapitalzinserträge von 80 000 Euro nachversteuern. Ob die Erträge tatsächlich abgerufen und ausgezahlt wurden, spiele keine Rolle.

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