Saban-Angebot unterscheidet sich um dreistelligen Millionenbetrag: Saban hat im Rennen um Kirch Media die Nase vorn

Saban-Angebot unterscheidet sich um dreistelligen Millionenbetrag
Saban hat im Rennen um Kirch Media die Nase vorn

Im Bieterwettstreit um die insolvente Kirch Media hat der US-Milliardär Haim Saban nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen derzeit die Nase vorn. Der Bauer-Verlag und die Hypo-Vereinsbank (HVB), die lange als Favorit für den Zuschlag für Deutschlands größten Filmrechtehändler und die TV-Tochter ProSiebenSat.1 galten, müssten ihre Offerte klar nachbessern, wenn sie noch zum Zuge kommen wollten.

Reuters FRANKFURT. "Bauer muss sich erheblich bewegen, um zurückzukommen", sagte ein Beteiligter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Saban habe sein früheres Angebot nachgebessert und damit den Bauer-Vorschlag deutlich übertroffen. "Aus einem Abstand im kleinen zweistelligen Bereich es ist ein kleiner dreistelliger Millionen-Betrag geworden", hieß es in den Kreisen.

Vor allem mit dem gebotenen Kaufpreis für Pro Sieben Sat.1 soll Saban die Gegenseite geschlagen haben, während die Offerten für die Filmrechtebibliothek den Kreisen zufolge nahe bei aneinander lägen. "Die Stellschraube ist das Angebot für den 36-prozentigen Pro Sieben Sat.1-Anteil. Dafür bietet Saban mittlerweile gut 500 Mill Euro", hieß es.

Der Gläubigerausschuss von Kirch Media hatte am Montag keine Entscheidung über den Verkauf von Kirch Media gefällt. Das Gremium beauftragte aber das Management der Gesellschaft, noch in dieser Woche einen Vertrag entweder mit dem Konsortium unter Führung des Bauer-Verlags oder von Saban - der gemeinsam mit der französischen Sendergruppe TF1 bietet - zu unterzeichnen. Der Gläubigerausschuss, in dem neben HVB, DZ Bank, Bayern und Commerzbank unter anderem die US-Studios Disney und Columbia vertreten sind, muss der Wahl dann noch zustimmen. Die nächste Sitzung ist für Mittwoch nächster Woche geplant.

Für die Filmrechtebibliothek hätten Bauer und Saban jeweils rund 1,2 Mrd. Euro geboten, verlautete aus den Kreisen weiter. Sollten Bauer/HVB nachbessern und die Offerten gleichauf liegen, könnte letztlich entscheidend sein, wer sich flexibler zeige. "Auf jeden Fall wird es Zeit, Nägeln mit Köpfen zu machen." Die Stimmung im Gläubigerausschuss sei schon recht gereizt, sagte ein anderer Beteiligter. "Das ist zwar bei der komplexen Materie nur normal. Mittlerweile liegen die Nerven aber ziemlich blank, denn wir haben über Monate verhandelt und jetzt muss einfach endlich eine Entscheidung fallen."

Ein Sprecher von Kirch Media wollte sich nicht näher zum Stand der Verhandlungen und den Chancen der beiden Angebote äußern. "Die Entscheidung wird diese Woche fallen, das hat der Gläubigerausschuss gefordert", sagte er lediglich. Neuigkeiten werde es aber wohl erst gegen Ende der Woche geben. Ein Sprecher von Bauer sagte: "Es sind nach wie vor beide Bieter im Rennen, es werden bis zum Wochenende Gespräche geführt." Er habe keine Signale, dass bereits eine Entscheidung des Gläubigerausschuss gefallen sei oder dass es eine Tendenz zu Saban gebe. Sprecherinnen von Saban und HypoVereinsbank wollten sich nicht näher äußern.

Vor rund einem Jahr hatte die Insolvenz von Kirch Media den Zerfall des Medienimperiums von Leo Kirch eingeleitet. Der folgende Bieterprozess verzögerte sich wegen der Komplexität der Transaktion immer mehr. Vor Weihnachten hatte eigentlich das Bauer/HVB-Konsortium den Zuschlag so gut wie erhalten, doch dann trat Saban mit einer aufgefrischten Offerte wieder auf den Plan.

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