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Sabena kann weiter fliegen - Neue Aktionärsversammlung angesetzt

Die angeschlagene Fluggesellschaft Sabena kann nach einem Beschluss ihrer Eigner weitergeführt werden. "Die Sabena existiert und macht weiter", sagte Valère Croes, Verwaltungsratschef der Airline, am Donnerstagabend im belgischen Rundfunk.

dpa BRüSSEL/ZüRICH. Die Entscheidung über die dringend nötige Rekapitalisierung des Unternehmens wurde bei der außerordentlichen Hauptversammlung in Brüssel allerdings auf den 23. Februar vertagt, teilte einer der beiden Hauptaktionäre, der schweizerische SAir-Konzern mit.

Mit der Verschiebung werde Zeit für weitere Verhandlungen mit den Belegschaftsvertretern gewonnen, hieß es im Rundfunk. "Der Dialog mit den Gewerkschaften und auch mit Piloten geht gut voran", sagte Croes. Management, Eigner und Mitarbeiter der angeschlagenen Fluggesellschaft Sabena hatten in den vergangenen Tagen in Marathonsitzungen um das Überleben der belgischen Airline gerungen.

Die Kapitalerhöhung ist auf zehn Mrd. belgische Franken (500 Mio DM) angesetzt. Falls es nicht dazu kommt, droht Zahlungsunfähigkeit und damit die größte Pleite in der belgischen Wirtschaftsgeschichte. Offen ist noch, ob die EU-Kommission die Transaktion genehmigt.

Die Sozialpartner mussten sich nach dem ursprünglichen Fahrplan vor der Aktionärsversammlung verständigen. SAir Group, die Mutter der Swissair, hält 49,5 %, der belgische Staat die restlichen 50,5 % an der Sabena. Die Schweizer sind seit fünf Jahren bei der Sabena an Bord. Die "Neue Zürcher Zeitung" (vom Donnerstag) bewertete das Engagement in Brüssel als eine "kolossale Fehlinvestition".

Die Unternehmensführung der Sabena plant, bis zu 700 Stellen zu streichen. Der Umbauplan soll zu Einsparungen von 14 Mrd. belgischen Franken führen. Am Mittwoch hatte ein Pilotenstreik zum Ausfall von Dutzenden von Flügen geführt. Am Donnerstag lief der Flugverkehr hingegen wieder normal.

Für den 19. Februar wurde eine neuerliche Sitzung des Verwaltungsrates angesetzt. Eric Honegger, Verwaltungsrats-Präsident der SAirGroup sagte: "Die vertragliche Verpflichtung zwischen der SAirGroup und dem belgischen Staat zur Rekapitalisierung der Sabena endet am 27. Februar 2001. Die SAirGroup ist nicht bereit, diese Frist zu verlängern.

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