Sabena
Zwischenruf: Nächste Notoperation

Die belgische Fluggesellschaft Sabena zeigt im hohen Alter von 78 Jahren noch ein beachtliches Stehvermögen - dank guter Ärzte. Wieder einmal haben rettende Hände zur Finanzspritze gegriffen, um das Leben der konkursbedrohten Gesellschaft künstlich zu verlängern: 430 Millionen Euro erhält die Todgeweihte diesmal. 60 Prozent dieser Summe muss der 49-Prozent-Aktionär Swissair einschießen, damit die belgische Regierung das EU-Beihilfenverbot umgehen und weiter in ihr nationales Symbol investieren kann.

So paradox es klingen mag: Für die Schweizer Fluggesellschaft Swissair, selbst in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, ist die Einigung ist ein großer Erfolg. Das ist an der Börse leicht abzulesen: Die Aktie legte gestern um zeitweise mehr als 20 Prozent zu. Für die Sünden der Vergangenheit bezahlen die Schweizer zwar teuer, doch immerhin haben sie sich nun von allen weiteren Verpflichtungen bei Sabena freigekauft. Während der neue Swissair-Chef Mario Corti bei seinem harten Sanierungskurs auf die Unterstützung renommierter Banken bauen kann, sind die Belgier in Zukunft auf sich allein gestellt. Beim nächsten Mal wird ihnen auch der beste Arzt nicht mehr helfen können.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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