Sabine Völker wird über 1500 m Zweite
Friesinger flitzt mit Weltrekord zu Gold

Anni Friesinger ist mit dem Riesendruck der haushohen Favoritin glänzend fertig geworden und hat sich über 1500 Meter ihren Traum vom Olympia-Gold doch noch erfüllt.

HB/dpa SALT LAKE CITY. In 1:54,02 Minuten verbesserte die 25-jährige Inzellerin am Mittwoch ihren eigenen Weltrekord um 0,36 Sekunden und stellte in der achten Eisschnelllauf-Entscheidung im Utah Olympic Oval die sechste Weltbestmarke auf.

Die Erfurterin Sabine Völker, die zuvor schon zwei Medaillen über 500 und 1 000 Meter gewonnen hatte, kam mit persönlicher Bestzeit von 1:54,97 auf den Silber-Platz. 3 000-Meter-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hatte dem nichts entgegenzusetzen und belegte in 1:55,93 Minuten nur den sechsten Platz.

Damit haben die deutschen Eisschnellläufer mit insgesamt 7 Medaillen (2 Gold/3 Silber/2 Bronze) schon vor den abschließenden zwei Rennen auf den Langstrecken die Ausbeute von Nagano 1998 (2/3/1) und Hamar 1994 (1/2/3) übertroffen.

Nachdem es für sie trotz persönlicher Bestzeiten über 1 000 und 3 000 Meter statt des erhofften Edelmetalls nur "Blech" gegeben hatte, erkämpfte Anni Friesinger den dritten deutschen Olympiasieg auf dieser Strecke nach Karin Enke (Dresden/1984) und Jacqueline Börner (Berlin/1992). Es war die 22. Goldmedaille deutscher Eisschnellläufer in der Olympia-Geschichte.

Auch in ihrem dritten Olympia-Rennen, bei dem sie auch von Gold- Skispringer Sven Hannawald angefeuert wurde, musste die bayrische Weltmeisterin als erste der deutschen Mit-Favoritinnen auf das Eis. Anni Friesinger, die alle Saison-Rennen auf dieser Distanz gewonnen hatte, ließ sich davon jedoch nicht verrückt machen: Mit enormer Nervenstärke hielt sie die von Trainer Markus Eicher vorgegebene Marschroute ein und beeindruckte damit die nach ihr startenden Konkurrentinnen. Auch der seit Wochen herrschende Medienrummel, der erst tags zuvor mit dem "Busen-Krieg" durch die Boulevardpresse angeheizt worden war, ließ sie offenbar kalt.

Die Berlinerin Claudia Pechstein, die am Samstag über 5 000 Meter den olympischen Gold-Hattrick anstrebt, verpasste vor allem auf Grund einem zu langsamen Angang die Chance, die große Rivalin ein zweites Mal zu bezwingen. Die im letzten Paar antretende Jennifer Rodriguez, die schon mit Platz drei über 1 000 Meter die Hochform des gesamten amerikanischen Eisschnelllauf-Teams erneut unter Beweis gestellt hatte, biss sich gleichfalls an der vorgelegten Superzeit die Zähne aus und landete erneut auf Platz drei. Damit verfehlte die frühere Inline-Skaterin ihr Vorhaben, 30 Jahre nach Dianne Holum als erste Amerikanerin auf dieser Strecke bei Olympia zu triumphieren.

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