Sabotage an US-Datennetzen gefürchtet
Angriffe durch "Cyberterroristen" möglich

Nach den Terroranschlägen in New York und Washington fürchten Sicherheitsexperten in den USA Angriffe auf die Kommunikations- und Datennetze.

siri SAN FRANCISCO. "Hacker und sogenannte Cyberterroristen sind immer eine Gefahr", sagt Anrew Black, Sprecher der Bundespolizei FBI in San Francisco. Das National Infrastructure Protection Center (NIPC), ein Arm des FBI, warnt, dass sowohl Viren- als auch Hackerattacken nach den Anschlägen vom 11. September zunehmen könnten.

Bisher hat sich diese Sorge allerdings noch nicht bewahrheitet. Der US-Bundesstaatsanwalt John Ashcroft betonte, dass es keine Anzeichen für eine Verbindung zwischen dem Computerwurm Nimda, der eine Woche nach den Angriffen aufgetreten ist, und den Terroristen gebe. Dennoch rät das NIPC den Unternehmen, ihre Anti-Viren-Software zu aktualisieren und stärker auf die Sicherheit der Systeme zu achten. Zudem erwartet das NIPC verstärkt Aktionen, bei denen Web-Seiten durch eine Überflutung mit Daten zum Absturz gebracht werden. Firmen sollten ihre Daten-Server in den nächsten Tagen und Wochen genau auf ungewohnte Aktivitäten überprüfen.

Kimberly McCloud, Terrorismus-Expertin am Monterey Institute of International Studies, glaubt, dass ein Cyber-Angriff auf die USA verheerende Folgen haben könnte. Das Bankwesen, Krankenhäuser und die Wasserversorgung könnten durch Computerkriminalität lahmgelegt werden. Experten fürchten zudem, dass Hacker militärische Verteidigungssysteme der USA angreifen könnten. "Cyberterrorismus könnte eine größere Rolle spielen, wenn es wirklich zu militärischen Aktionen kommt", sagt McCloud. Die Terroristen, die das Pentagon und das World Trade Center angegriffen hätten, wären eher darauf aus gewesen, durch Gewalt Angst und Schrecken zu verbreiten, meint die Expertin. "Es scheint ihnen nicht darum zu gehen, die Infrastruktur zu beschädigen."

Dennoch bemühen sich US-Firmen seit den Angriffen verstärkt darum, ihre Computernetzwerke zu schützen. "Viele Leute machen sich seit den Terroranschlägen Sorgen um Cyberterrorismus", sagt Joel Pogar, zuständig für Computersicherheit bei Caldence Inc., einem Beratungsunternehmen in Arizona. "Elektronische Angriffe sind einfacher als andere Attacken, weil der Täter noch nicht einmal auf amerikanischem Boden sein muss", fügt er hinzu. In den vergangenen Tagen hätten sich die Aufträge um mindestens 50 % erhöht, berichtet Pogar. Viele Unternehmen wollten ihre Netzwerke noch stärker absichern als bisher. Analysten erwarten daher, dass die Nachfrage nach Sicherheitssoftware stark steigen wird.

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