Sachenbacher schon weitgehend ausgebucht: Erfolg macht sexy

Sachenbacher schon weitgehend ausgebucht
Erfolg macht sexy

Evi Sachenbacher träumt von einer Hauptrolle in einem Werbespot, Ronny Ackermann hofft auf neue Sponsoren-Verträge und Axel Teichmann liebäugelt mit einem finanzkräftigen Partner: Die deutschen Weltmeister wollen ihr in Val di Fiemme erkämpftes Gold nach den Titelkämpfen versilbern.

HB/dpa VAL DI FIEMME. Während der Kombinierer aus Oberhof und der Langläufer aus Lobenstein noch reichlich freie Werbeflächen zu bieten haben, klingeln die Kassen bei Sachenbacher bereits kräftig. "Ich denke, die Erfolge bei der WM machen sie noch interessanter für potenzielle Partner", sagt ihr Manager Ralf Scheitenberger.

Dank der Medaillengewinne bei den Olympischen Winterspielen sowie ihrer lockeren und natürlichen Art ist die hübsche Bayerin zu einer der begehrtesten Sportlerinnen in der Werbebranche avanciert. "Es läuft sehr gut", bestätigt Scheitenberger, der auch während der Titelkämpfe im Fleimstal den Markt sondiert. "Es laufen derzeit Gespräche über TV-Spots und Anzeigen mit Evi", verrät der Manager und unterstreicht damit den gestiegenen Marktwert der 22-Jährigen. Denn in der Fernsehwerbung treten momentan mit Steffi Graf und Franziska van Almsick lediglich zwei deutsche Sportlerinnen in Erscheinung.

Über Sachenbacher definiert sich der deutsche Langlauf zu 90 %, glaubt DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach, der die Medienanfragen koordiniert. Fünf Ausrüster und vier Werbepartner hat die zierliche Bayerin, weitere Verträge sollen folgen. "Da sie sehr erfolgreich ist, können wir uns bei den Verhandlungen Zeit lassen. Evi steht am Anfang ihrer Karriere und ist offen für neue Dinge. Da ist vieles vorstellbar", sagt Scheitenberger.

Das glaubt auch Axel Achten, Geschäftsführer der Deutschen Sportmarketing GmbH (DSM), der seit etwa sechs Wochen den Kombinations-Weltmeister Ronny Ackermann berät. "Der WM-Titel ist klasse, denn wir erarbeiten gerade eine Rundumvermarktungsstrategie. Je erfolgreicher der Athlet ist, desto bessere Möglichkeiten ergeben sich für seine Positionierung in der Öffentlichkeit", sagt Achten.

Mit einem Thüringer Energie-Unternehmen hat Ackermann kurz vor der WM einen Sponsorvertrag abgeschlossen. "Das gibt mir Sicherheit, auch für Zeiten, in denen es mal nicht so läuft", erklärt der momentan auf einer Erfolgswelle schwimmende 25-Jährige, der die Titelverteidigung im Gesamt-Weltcup anstrebt. "Die WM allein ist für den Vermarktungserfolg nicht ausschlaggebend", weiß Achten, der die Skispringer als Beleg dafür anführt.

Die müssten trotz ihres schwachen Abschneidens bei den Titelkämpfen im Fleimstal kaum finanzielle Einbußen befürchten. "Wenn man einen TV-Partner wie RTL mit im Boot hat, ist eine ganz andere Präsenz gewährleistet", erklärt der DSM-Chef. Davon profitiert zum Beispiel Martin Schmitt, dem die Sponsoren trotz der ausbleibenden Erfolge (noch) die Treue halten. Allerdings hat der Druck zugenommen und offenbar dazu geführt, dass Schmitt nach seiner Knieoperation zu früh in die Saison eingestiegen ist. Denn eines gilt auch für die populärsten deutschen Wintersportler: Für den Ruhm vergangener Tage kann man sich nichts kaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%