Sachgruppe gleicht Großschäden durch Beteiligungsverkäufe aus: Flutschäden belasten Allianz Sachgruppe

Sachgruppe gleicht Großschäden durch Beteiligungsverkäufe aus
Flutschäden belasten Allianz Sachgruppe

Das Ergebnis der Allianz Sachgruppe Deutschland erinnert an längst vergangene Tagen der Versicherungsbranche: Denn mit einem Rekordertrag aus den Kapitalanlagen von rund 3,5 Mrd. Euro, der zum Großteil auf Beteiligungsverkäufen beruht, konnte die Allianz Sachgruppe die Belastungen aus den Flutschäden mehr als kompensieren.

ali MÜNCHEN. Unter dem Strich wies die Gruppe, in der die Allianz ihr Deutschlandgeschäft mit Schaden-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen bündelt, einen Rekordgewinn von 2,75 Mrd. Euro vor Steuern aus. "Das Jahr 2002 war für uns in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich", lautete der Kommentar von Reiner Hagemann, des Vorstandsvorsitzenden der Allianz Versicherungs-AG, die die Sachgruppe führt.

Im reinen Versicherungsgeschäft schrieb die deutsche Allianz Sachgruppe knallrote Zahlen: 344 Mill. Euro versicherungstechnischer Verlust (Vorjahr: minus 144 Mill. Euro) wurden verbucht. Hauptgrund war die hohe Belastung aus Sturm- und Flutschäden. Allein die Jahrhundertflut hat die Allianz Sachgruppe Deutschland - nach Abzug der Schadenzahlungen von Rückversicherern - 340 Mill. Euro gekostet. Den Gesamtkonzern Allianz kostete die Flut rund 700 Mill. Euro - in dieser Zahl sind auch die Schäden aus Österreich und Tschechien enthalten.

"Aus diesem Grund stieg unsere combined ratio von knapp unter 100 auf 107,3 Prozent. Die Prämieneinnahmen reichten also nicht aus, um die Schäden und Kosten zu zahlen", sagte Hagemann. "In diesem Jahr sollte die combined ratio die 100-Prozent-Grenze deutlich unterschreiten", erklärte er.

Trotz Jahrhundertflut verspürt die Allianz aber keine Nachfragebelebung nach Versicherungsschutz gegen Elementarschäden. Hagemann widersprach dem Eindruck, die Allianz wolle sich aus diesem Geschäft zurückziehen. Allerdings wurden die Preise erhöht. "Ich halte nicht viel von der Idee einer Pflichtversicherung", sagte er weiter. Der Grund: Er befürchtet zu viele staatliche Eingriffe in die Kalkulation der Tarife, wenn diese Art des Versicherungsschutzes zur Pflichtpolice wird.

Die Verkäufe von Beteiligungen retteten die Allianz Sachgruppe vor roten Zahlen. Die Realisierung von Gewinnen durch Aktienverkäufe unter anderem von der Hypo-Vereinsbank und von Mannesmann bescherten der Gruppe einmalige Erträge von rund 4 Mrd. Euro. "Der Verkauf der Mannesmann-Aktien wurde erst 2002 verbucht, um den Kursgewinn steuerfrei einstreichen zu können," sagte Finanzvorstand Karl-Hermann Lowe. Laufende Erträge aus Zinszahlungen machen nur 700 Mill. Euro vom Gesamtertrag aus. Um zum Ertrag aus Kapitalanlagen von rund 3,5 Mrd. Euro zu kommen, müssen noch Verluste aus Verkäufen, Abschreibungen und die Verwaltungskosten von zusammen 1,1 Mrd. Euro abgezogen werden. Trotz der massiven Verkäufe bleiben der Allianz Sachgruppe aber noch Bewertungsreserven von 3,9 Mrd. Euro; davon sind laut Lowe rund 75 Prozent ohne größere Probleme realisierbar.

Nach einem Plus bei den Prämien in Deutschland von 1,6 Prozent (Markt: 2,8 Prozent) auf 9,8 Mrd. Euro erwartet Vorstandschef Hagemann für 2003 ein Wachstum von 3 %. Zufrieden war er mit der Sanierung des Industriegeschäfts. Im Kraftfahrgeschäft wird die Allianz aber wegen des starken Wettbewerbs nicht so an der Preisschraube drehen können, wie sie gerne möchte.

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