Saddam Hussein beschuldigt
Israel: Irak nicht in Terroranschläge verwickelt

Der irakische Staatschef Saddam Hussein kommt nach Erkenntnissen des israelischen Militärgeheimdienstes nicht als Drahtzieher der Terroranschläge in den USA in Frage.

afp JERUSALEM. Er habe keine Hinweise auf direkte Verbindungen zu Irak, sagte Geheimdienstchef Amos Malka in einem am Sonntag veröffentlichen Interview in der israelischen Tageszeitung "Jediot Acharonot". Er habe "keine irakische Infrastruktur" erkennen können, die mit den Attentaten in Verbindung zu bringen sei, sagte Malka. Der ins Ausland geflohene Ex-Chef des irakischen Atomwaffenprogramms, Chidhir Hamsa, hatte Saddam Hussein als Urheber der Terroranschläge vom 11. September bezichtigt. Dieser habe über irakische Agenten Kontakte zu dem Moslemextremisten Osama Bin Laden, sagte Hamsa der "Bild am Sonntag".

"Es gibt im Nahen Osten nur einen, der über die notwendigen Strukturen verfügt: Saddam Hussein", sagte Hamsa. Der irakische Staatschef "könnte schon eine Atombombe haben. Als ich flüchtete, waren wir sehr nah dran", betonte der Physiker. Er bezeichnete Irak als "Hauptquartier" der Terroristen im Nahen Osten. "Sie haben Ausbildungscamps im ganzen Land. Dort können sie auch Piloten ausbilden." Auch das Fachblatt "Jane's Security" hatte am Donnerstag unter Berufung auf den israelischen Militärgeheimdienst Aman über die angeblichen Verwicklungen Iraks in die Anschläge berichtet. Bagdad wies die Vorwürfe zurück.

Angesichts möglicher Vergeltungsangriffe gegen die Drahtzieher der Terroranschläge warnte Saddam Hussein die US-Regierung davor, "Terrorismus mit Terrorismus" zu bekämpfen. Die ganze Welt habe dem Kolonialismus abgeschworen. "Warum wollen sie zurückkehren zu Peitsche und Revolver", fragte der irakische Staatschef bei einem Treffen mit seinen Ministern laut der staatlichen Nachrichtenagentur INA. Vizepräsident Tacha Jassin Ramadan bekräftigte den irakischen Widerstandswillen gegen die USA: "Die amerikanische Aggression wird den Willen der Iraker niemals brechen", sagte Ramadan nach Angaben der Tageszeitung "El Dschumhurija". Irak hatte als einziges arabisches Land die Selbstmordattentate in New York und Washington nicht verurteilt.

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