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Saddam Hussein erhält erstmals Anwaltsbesuch

Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein hat erstmals seit seiner Festnahme vor einem Jahr Besuch von einem Rechtsanwalt bekommen. Der Leiter des Verteidiger-Teams im Irak, Chalil Dulaimi, habe Saddam am Donnerstag vier Stunden lang in Bagdad besuchen dürfen.

dpa AMMAN/BAGDAD/WASHINGTON. Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein hat erstmals seit seiner Festnahme vor einem Jahr Besuch von einem Rechtsanwalt bekommen. Der Leiter des Verteidiger-Teams im Irak, Chalil Dulaimi, habe Saddam am Donnerstag vier Stunden lang in Bagdad besuchen dürfen.

Das sagte ein anderer Anwalt des Ex-Diktators in der jordanischen Hauptstadt Amman. Dulaimi habe Saddam "mit sehr starkem Kampfgeist und bei guter Gesundheit" vorgefunden, hieß es.

Am selben Tag erschossen Aufständische in Bagdad den Vize-Minister für Telekommunikation, Kassim Hammadi. Auch sein Fahrer kam nach Meldungen des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija bei dem Angriff ums Leben, als beide mit dem Auto zur Arbeit fuhren.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira zeigte Videoaufnahmen eines angeblich im Irak entführten und ermordeten Italieners. Auf den Bildern war ein Mann mit verbundenen Augen zu sehen, dem eine Schusswaffe an den Kopf gehalten wird. Ob der Mann auf dem Video tot ist, wurde nicht klar. Auf dem Band bekennt sich die "Islamische Bewegung der irakischen Mudschaheddin" zum Mord an dem 52-jährigen Süditaliener Salvatore Santoro. Eine offizielle Bestätigung für den Tod des Italieners gab es in Rom nicht.

Tausende Iraker nahmen am Donnerstag an der Trauerfeier für 13 Schiiten teil, die am Vortag bei einem Anschlag auf das Büro von Großajatollah Ali al-Sistani in Kerbela ums Leben gekommen waren. "Dieser Angriff sollte die Menschen davon abhalten, zur Wahl zu gehen, aber wir werden uns nicht aufhalten lassen und dafür sorgen, dass in der Provinz Kerbela mehr Menschen wählen werden als in irgendeiner anderen Provinz", erklärte Großajatollah Mohammed al-Mudarrissi. Schiitenführer Al-Sistani hat die Iraker mehrfach zur Teilnahme an der Wahl am 30. Januar aufgerufen.

Die Vereinten Nationen wollen dem irakischen Volk auch nach der Wahl und der Konstituierung einer verfassungsgebenden Versammlung weiter helfen. Das betonte UN-Generalsekretär Kofi Annan nach einem Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell in Washington. Der UN-Generalsekretär verwies aber auch auf anhaltende Sicherheitsprobleme im Irak, die von der Regierung in Bagdad gelöst werden müssten. Powell sagte, inzwischen seien 130 000 Personen auch dank der UN-Bemühungen dazu bestimmt, in den Wahllokalen tätig zu sein.

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