Saddam Hussein hält an Rüstungsprogramm fest
BND entdeckt geheime Raketenfabrik in Irak

ap MÜNCHEN/HAMBURG. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat eine geheime Raketenfabrik in Irak geortet. In der Anlage nahe Bagdad arbeiteten 250 Techniker unter anderem an einer Kurzstreckenrakete, erklärte eine BND-Sprecherin in Pullach am Freitag. Dies zeige, dass der irakische Präsident Saddam Hussein weiter fieberhaft sein Rüstungsprogramm verfolge. Die Informationen des Geheimdienstes über Rüstungspläne des Irak reichten noch weit darüber hinaus, teilte die Sprecherin mit.

Die Anlage mit Namen "Al Mamoun Factory" besteht nach BND-Angaben aus mehreren Fabrikhallen und befindet sich in der Nähe der Hauptstadt Bagdad. Auf den exakten Standort wollte sich die Sprecherin nicht festlegen. Sie befinde sich in einem unwegsamen Gelände 40 Kilometer südwestlich von Bagdad.

Studie: Ziele in Mitteleuropa in Reichweite irakischer Raketen

Die Feststoff-Kurzstreckenrakete mit der Bezeichnung "ABABIL-100" habe zwar nur eine Reichweite von weniger als 150 Kilometern. Doch zeige die Produktion, dass der "irakische Wille und das Personal zur Raketenentwicklung nach wie vor vorhanden" sei, erklärte der Geheimdienst. Die Sprecherin bestätigte außerdem, dass es Studien für irakische Raketen mit Reichweiten bis zu 3 000 Kilometern gebe. Damit wäre Irak in der Lage, Ziele in weiten Teilen Mitteleuropas zu erreichen.

Die Angaben über die geheime Fabrik seien Teil einer Studie über die Verbreitung von Massenvernichtungsmitteln, erklärte die Sprecherin. "Das ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Aufklärungsfeld für uns." Der Bericht werde laufend aktualisiert. Anfang des Jahres sei eine Kurzversion der Studie veröffentlicht worden, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Die Informationen des BND gingen allerdings weit darüber hinaus. "Aber mehr können wir der Öffentlichkeit nicht darlegen", sagte sie.

In der Studie heißt es unter anderem, es sei zu befürchten, dass Irak sein B-Waffenprogramm wieder aufleben lasse. Möglicherweise habe das Land noch immer einen Teil seiner in Munition abgefüllten biologischen Kampfstoffe. Außerdem strebe das Land nach wie vor den Besitz von Kernwaffen an.



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