Saddams Sohn spricht von blutiger Schlacht: Saddam denkt nicht an Exil

Saddams Sohn spricht von blutiger Schlacht
Saddam denkt nicht an Exil

Iraks Präsident Saddam Hussein hat die Aufforderung der USA zu einem Machtverzicht am Dienstag zurückgewiesen und damit wahrscheinlich die letzte Chance zur Verhinderung eines Krieges vertan. Bush hatte Saddam und dessen Söhne in der Nacht aufgefordert, das Land bis Donnerstagmorgen zu verlassen. Andernfalls würden die USA und ihre Verbündeten angreifen.

Reuters BAGDAD. Frankreich und Deutschland warfen Bush vor, damit den Willen der Weltgemeinschaft zu missachten. "Diese einseitige Entscheidung widerspricht dem Willen des Sicherheitsrats und der internationalen Gemeinschaft, die die Abrüstung Iraks im Einklang mit der Resolution 1441 betreiben wollen", erklärte Chirac. Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach den USA jegliche Rechtfertigung für einen Krieg gegen Irak ab. Bush sieht hingegen die "gerechten Forderungen der Welt" an Irak umgesetzt.

Im Laufe des Tages verließen außer den Uno-Waffeninspektoren zahlreiche Ausländer Irak. Bei den in der Golfregion stationierten US-Truppen liefen die Angriffsvorbereitungen auf Hochtouren. Die Finanzmärkte nahmen Bushs Ankündigung meist positiv auf. Händler begründeten dies mit einem Ende der Unsicherheit. Außerdem rechneten sie mit einem kurzen Krieg.

Sohn Saddams droht den USA mit blutiger Schlacht

Das staatliche irakische Fernsehen zeigte Saddam in Militäruniform auf einer Kabinettssitzung. Dazu wurde eine Erklärung verlesen, laut der alle Söhne Iraks bereit sind, zu kämpfen und den Aggressor zurückzuschlagen. "Irak wählt seinen Weg nicht auf Befehl eines Ausländers und wählt seine Führer nicht auf der Grundlage einer Anordnung Washingtons, Londons oder Tel Avis", hieß es. Der Sohn Saddams, Udai Hussein, drohte den USA im Falle eines Angriffs zudem mit einer blutigen Schlacht. "Die Ehefrauen und Mütter der Amerikaner, die gegen uns kämpfen, werden Blut weinen, nicht Tränen", sagte er.

Chirac und Schröder wandten sich erneut mit Nachdruck gegen einen Krieg. Der Grad der gegenwärtigen Bedrohung durch Irak rechtfertige nicht den Tod tausender Kinder, Frauen und Männer, sagte Schröder. Chirac unterstrich, dass die USA gegen den Willen der Welt und ohne die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft handelten. Er warnte die USA, dass sie sich eine schwere Verantwortung aufladen, wenn sie einer "Legitimierung durch die Vereinten Nationen ausweichen und Gewalt über Gerechtigkeit stellen". Nur der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (Uno) habe die Befugnis, Gewaltanwendung zu rechtfertigen.

Kritik Bushs an Kriegsgegnern

Bush hatte dagegen dem Sicherheitsrat und indirekt vor allem Frankreich und Russland vorgeworfen, ihre Verantwortung in der Irak-Krise nicht erfüllt zu haben. "Diese Staaten teilen unsere Einschätzung der Gefahr, aber nicht unsere Entschlossenheit, ihr entgegenzutreten", hatte Bush mit Blick auf jene Ratsmitglieder gesagt, die eine weitere Irak-Resolution durch ihre Veto-Drohungen verhindert hatten. Viele andere Nationen hätten dagegen die Kraft zu handeln und würden nun die Forderungen der Welt (an Irak) umsetzen, sagte Bush.

Die Unterstützung ist allerdings weit geringer, als von Bush dargestellt. Im Gegensatz zum Irak-Krieg zur Befreiung Kuwaits 1991, als eine breite internationale Koalition gegen Irak antrat, werden die USA diesmal in größerem Umfang militärisch nur von Großbritannien unterstützt. Das britische Parlament lieferte sich am Nachmittag eine heftige Debatte über den Truppeneinsatz. Eher symbolisch ist der Beitrag Australiens, das 2000 Soldaten zur Verfügung stellte. Polen bot ebenfalls ein kleines Truppenkontingent an. Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi unterstützte Bushs Entscheidung in einer politischen Erklärung.

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