Saisonale Effekte
Experten rechnen mit Rückgang der Arbeitslosenzahl im April

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten im April weiter rückläufig gewesen. Nach Ansicht eines Experten der deutschen Wirtschaft ist die Zahl im April 2001 gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 125 000 auf 3,875 Mill. gesunken. Gegenüber März 2000 entspricht das einem Rückgang von 111 000.

vwd BERLIN. Der Experte ging davon aus, dass sich die Zahl der Erwerbslosen im Westen im April 2001 gegenüber dem März um 85 000 auf 2,454 Mill. reduzieren wird. In Ostdeutschland erwartet er, dass die Arbeitslosenzahl um 40 000 abnehmen und dann bei 1,421 Mill. liegen wird.

Im Vergleich zum April des Vorjahres geht dieser Einschätzung zufolge die Zahl der Arbeitslosen im Westen um 131 000 zurück. Im Osten hingegen wird die Erwerbslosenzahl im April 2001 noch um etwa 20 000 höher sein, als ein Jahr zuvor. Den Rückgang der Arbeitslosenzahl im April diesen Jahres führt der Experte vorrangig auf saisonale Effekte zurück. Eine noch stärkere Verringerung der Arbeitslosenzahl ist seiner Meinung nach vor allem aus zwei Gründen nicht eingetreten. Zum einen sei das Wetter im April gerade für Außenberufe relativ ungünstig gewesen. Zum anderen mache sich die allgemeine konjunkturelle Eintrübung bemerkbar.

Allerdings besteht nach Auffassung des Arbeitsmarktexperten der Wirtschaft noch kein Anlass zu "Konjunkturpessimismus". Selbst der von der Bundesregierung deutlich nach unten korrigierte Wachstumswert von jetzt noch knapp über zwei Prozent wäre in seinen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt noch nicht so gravierend, dass eine "Abwärtsspirale" zu erwarten sei.

Auch Gewerkschafter rechnen mit Rückgang

Auch Arbeitsmarktexperten aus Gewerkschaftskreisen gehen davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen im April deutlich sinken werden. Danach soll die Zahl der Erwerbslosen unter 3,99 Mill. auf etwa 3,87 Mill. fallen. Die Quote könnte sich von nicht-saisonbereinigt 9,8 % im März auf 9,5 % ändern. Normalerweise wirke im April bereits die saisonale Entlastung, doch spüre man auch konjunkturelle Signale. Die von vielen befürchtete Eintrübung der Konjunktur schlage sich auf dem Arbeitsmarkt erst erheblich später nieder, sagen die Experten.

Vor allem im Westen entwickeln sich die Arbeitslosenzahlen zurück. Hier könnte mit einem Rückgang von nahezu 80 000 gerechnet werden. Im März lag hier die Zahl der Erwerbslosen bei 2,538 Millionen. Im Osten dagegen verzeichne man weiterhin eine Stagnation auf dem Arbeitsmarkt.

Bankvolkswirte schließlich rechnen im Durchschnitt ihrer Prognosen mit einem Rückgang der nicht-saisonbereinigten Arbeitslosenrate auf 9,4 %, während sie die Quote auf saisonbereinigter Basis zwischen 9,3 und 9,4 % erwarten. Die endgültigen Arbeitsmarktzahlen gibt die Bundesanstalt für Arbeit am Dienstag bekannt.

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