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Salzburger Regie-Wettbewerb: Traumatischem Weihnachtsfest

Salzburg (dpa) - Ein traumatisches Weihnachtsfest hat den diesjährigen Wettbewerb für junge Regiehoffnungen bei den Salzburger Festspielen eröffnet. Im «Young Directors Project», das Schauspielchef Jürgen Flimm vor drei Jahren ins Leben gerufen hat, zeigte die deutsche Regisseurin Christiane Pohle die Familienstudie «Fünf Goldringe» der jungen englischen Dramatikerin Joanna Laurens. Das Premierenpublikum reagierte mit anerkennendem Applaus auf die Inszenierung, die den lyrischen Tonfall des Stücks gekonnt mit absurden Elementen verbindet.

Salzburg (dpa) - Ein traumatisches Weihnachtsfest hat den diesjährigen Wettbewerb für junge Regiehoffnungen bei den Salzburger Festspielen eröffnet. Im «Young Directors Project», das Schauspielchef Jürgen Flimm vor drei Jahren ins Leben gerufen hat, zeigte die deutsche Regisseurin Christiane Pohle die Familienstudie «Fünf Goldringe» der jungen englischen Dramatikerin Joanna Laurens. Das Premierenpublikum reagierte mit anerkennendem Applaus auf die Inszenierung, die den lyrischen Tonfall des Stücks gekonnt mit absurden Elementen verbindet.

Regisseurin Pohle lässt den Vater, seine beiden Söhne und deren Ehefrauen zum Weihnachtsfest in einem abgeschlossenen, leeren Raum (Bühne: Maria-Alice Bahra) aufeinander treffen, der nur von sandfarbenen Schaumstoff-Rauten strukturiert ist. In diesem nicht definierten Ort, der eine Wüste, aber auch das Innere einer Sanduhr sein könnte, werden im Lauf des knapp zweistündigen Abends klassische Familiengeheimnisse, Erinnerungen und alte wie neue Verletzungen entlarvt.

Pohle, die bewusst das Risiko eingegangen ist, einen lyrischen Text in Szene zu setzen, kann sich auf ein spielfreudiges Ensemble verlassen. Walter Hess als dem alten Vater, Wolfang Pregler und Mathhias Bundschuh als Brüderpaar sowie Katharina Schubert und Karin Pfammater als den beiden Schwiegertöchtern gelingt es, mit großer sprachlicher Präzision eine Balance zwischen Poesie und Spannung zu halten. Die Inszenierung von «Fünf Goldringe» ist in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen entstanden und hat dort am 3. Oktober Premiere.

Die beiden noch folgenden Inszenierungen im «Young Directors Project» beschäftigen sich mit Brecht und dem jungen deutschen Autor und Regisseur Falk Richter. Der chilenische Regisseur Luis Ureta zeigt mit seiner Compania La Puerta Richters international erfolgreiches Stück «Electronic City».

Der spanische Regisseur Alex Rigola präsentiert Brechts Drama «Die heilige Johanna der Schlachthöfe». Der Montblanc Young Directors Award mit einem Preisgeld von 10 000 Euro und dem «Max Reinhardt Pen» wird am 14. August von der dreiköpfigen Jury aus Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, «Jedermann»-Darsteller Peter Simonischek und dem Galeristen Thaddaeus Ropac vergeben.

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