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Salzgitter erhöht Prognose für 2004 nach starkem dritten Quartal

Der Stahlkonzern Salzgitter hat nach einem starken dritten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Jahr erneut erhöht.

dpa-afx SALZGITTER. Der Stahlkonzern Salzgitter hat nach einem starken dritten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Jahr erneut erhöht. Der Konzern rechne wegen der erwarteten Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte 2004 nun mit einem Vorsteuergewinn vor Sondereinflüssen von "mindestens 200 Mill. Euro", teilte Salzgitter am Freitag mit. Erst im Oktober hatte der Konzern seine Prognose erhöht und war von einem Vorsteuergewinn von 160 Mill. Euro ausgegangen. Die Aktien stiegen im frühen Handel um 2,04 Prozent auf 13,48 Euro und lagen damit an der Spitze des MDax .

Im dritten Quartal verzeichnete der Konzern einen Ergebnissprung vor Steuern (EBT) von 16,3 Mill. Euro im Vorjahr auf 75,6 Mill. Euro und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Die von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit 48,38 Mill. Euro gerechnet. Bei einem Außenumsatz von 1,53 (1,19) Mrd. Euro lag der Quartalsüberschuss mit 52,7 Mill. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 13,1. Die Schätzungen für den Überschuss hatten bei 37,3 Mill. Euro gelegen.

Neun Monate

Für die ersten neun Monate ergibt sich damit ebenfalls ein starker Anstieg bei Umsatz und Gewinn. Bei einem Außenumsatz von 4,3 (3,7) Mrd. Euro kletterte das EBT auf 157,2 (32,9) Mill. Euro. Nach Steuern verbuchte der Konzern einen Gewinn von 110,4 Mill. Euro, nach 22,3 Mill. Euro im Vergleichszeitraum 2003.

Das Unternehmen begründete die positive Entwicklung mit der anhaltend lebhaften Nachfrage nach Walzstahlprodukten und Röhren. Der Boom der internationalen Stahlmärkte habe die Umsätze in den Sparten Stahl und Handel in die Höhe getrieben. Vor allem die Produktbereiche Flachstahl und Träger hätten deutliche Absatz- und Umsatzzuwächse erzielt. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erhöhte sich der Außenumsatz in der Stahlsparte von 1,07 auf 1,27 Mrd. Euro. Das Vorsteuerergebnis kletterte von 19,3 auf 73,9 Mill. Euro.

Im Verlauf des Jahres haben sich nach Angaben des Unternehmens die Absatzmärkte für Rohre zudem zunehmend erholt. Dringend benötigte Preisanhebungen hätten realisiert werden können, um die stark gestiegenen Vormaterialpreise auszugleichen. In den ersten neun Monaten 2004 stieg der Umsatz von 681 auf 720 Mill. Euro. Das EBT kletterte von 1,6 auf 53,8 Mill. Euro. Die Bereiche Handel und Dienstleistungen konnten bei Umsatz und Gewinn ebenfalls kräftig zulegen.

Problemkind

Nach Ansicht von Händlern fielen die Geschäftszahlen deutlich besser aus als erwartet. Mit kritischem Auge sei jedoch die Verarbeitungs-Sparte zu betrachten. Sie bleibe "Problemkind", hieß es. In den ersten neun Monaten 2004 sank der Umsatz in der Verarbeitung im Vergleich zum Vorjahr von 173 auf 161 Mill. Euro. Die Sparte erhöhte ihren Vorsteuerverlust von 12,4 auf 22,6 Mill. Euro.

Salzgitter macht dafür die anhaltend schwache Baukonjunktur und Sparmaßnahmen der Automobilhersteller verantwortlich. Die stark gestiegenen Vormaterialpreise hätten in dieser Sparte nur begrenzt und zeitlich verzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Erst im dritten Quartal habe sich die Ergebnislage stabilisiert. In diesem Zeitraum konnte das Unternehmen seinen Vorsteuerverlust in der Verarbeitung von 5,1 auf 3,8 Mill. Euro reduzieren. In dem Unternehmensbereich wurden zudem bilanzielle Vorsorgen von 37 Mill. Euro getroffen, die seitens der Holding durch Forderungsverzichte in nahezu gleicher Höhe ausgeglichen wurden.

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