Samaranch erteilte Absage
Afghanistan nicht bei Olympia in Sydney

sid SYDNEY. Das von militanten Taliban-Milizen regierte Afghanistan wird aller Voraussicht nach erstmals seit 1936 nicht an den Olympischen Sommerspielen teilnehmen. Präsident Juan Antonio Samaranch erteilte dem seit vergangenem Oktober vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) suspendierten Land erneut eine Absage für die in einem Monat beginnenden Spiele von Sydney. Die fanatisch religiösen Taliban verbieten Frauen die Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen, während Männer nur mit Bärten und unter Beachtung spezieller Bekleidungsvorschriften antreten dürfen.

"Wir haben ihnen klar gesagt, dass es keine Chance gibt, in Sydney zu starten", erklärte Samaranch. In Afghanistan gäbe es als Folge eines Bürgerkriegs derzeit zwei nationale olympische Komitees, eins in der Hauptstadt Kabul und eines in einem anderen Landesteil. Zudem würde die von den Taliban geführte Regierung weder von der Mindestzahl von fünf internationalen Sportföderationen noch von den Vereinten Nationen (UNO) anerkannt.

Afghanistans Taliban-Sportminister Shakoor Muttmain bezeichnete die Entscheidung als "große Enttäuschung" für die Sportler seines Landes, die bei den Spielen eine Teilnahme in den Sportarten Ringen, Boxen und Leichathletik geplant hatten.

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