Sammelklagen von Verbrauchern eingereicht
US-Bundesstaaten verklagen Aventis für Absprachen bei Herzmedikament

16 amerikanische Bundesstaaten haben die französische Aventis und die amerikanische Pharmafirma Andrx am Montag vor einem Bundesgericht in Detroit wegen Absprachen für ein Herzmedikament auf 100 Mill. $ Schadenersatz verklagt. Sie wollen auch zivilrechtliche Entschädigungen und andere Strafen durchsetzen.

dpa DETROIT. Aventis und Andrx sollen durch die illegale Vereinbarung eine billigere generische Version des populären Aventis-Herzmittels Cardizem CD vom Markt gehalten haben. Dies teilte die Justizministerin des US-Bundeslandes Washington, Christine Gregoire, mit. Aventis habe dafür 89 Mill. $ (198 Mill. DM/101 Mill. Euro) gezahlt, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag.

Generische Medikamente sind Arzneimittel, deren Patentschutz ausgelaufen ist und die erheblich billiger angeboten werden können als die entsprechenden Marken-Medikamente. Die Absprachen hätten die Verbraucher gezwungen, mehr für das Medikament zu bezahlen, mit dem Herzkrankheiten und hoher Blutdruck behandelt werden. Cardizem kostet einen Patienten 67 $ pro Monat, während die generische Version, die sich inzwischen auf dem Markt befindet, etwa die Hälfte kostet.

Aventis: Klage grundlos

Aventis und Andrx wiesen die Vorwürfe in scharfer Form zurück. Aventis nannte die neue Klage grundlos. Die Firmen verwiesen auf mehrjährige Untersuchungen der amerikanischen Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) . Aventis betonte, dass die zweite FTC- Untersuchung durch einen Vergleich beendet worden sei, der keine Zahlungen erforderte.

Die US-Bundesländer wollen für die höheren Kosten entschädigt werden, die den Krankenversicherungen durch die Verzögerung bei der Markteinführung des generischen Medikaments entstanden sind. Gegen die Pharmafirmen laufen bereits Sammelklagen von Verbrauchern in gleicher Sache.

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