Sammer: "Brauchen nicht zittern"
BVB will Gunst der Stunde nutzen

Die Ausgangslage ist noch immer exzellent, doch der Blick zurück verheißt wenig Gutes. Nach zuletzt zwei vergeblichen Anläufen, sich für die Zwischenrunde der Champions League zu qualifizieren, will Borussia Dortmund diesmal die Gunst der Stunde nutzen.

HB/dpa DORTMUND. Wie schon beim 4:1-Kantersieg im Bundesliga-Hit bei Werder Bremen soll auch im Duell mit Arsenal London am Mittwoch (20.45 Uhr, RTL und Premiere) ein Ausrufezeichen gesetzt werden. "Erst wenn wir dieses Spiel gewinnen, kann man sagen, dass wir die Kurve gekriegt haben", warnte Torhüter Jens Lehmann vor einem neuerlichen Rückschlag in längst überwunden geglaubte Zeiten.

Mit einem Erfolg könnte sich Dortmund ein Nerven aufreibendes "Endspiel" am 12. November beim AJ Auxerre (4 Punkte) ersparen. Allerdings ist man dabei auf Schützenhilfe aus Eindhoven angewiesen. Doch selbst im Falle eines Sieges des hartnäckigen Verfolgers aus Frankreich beim Tabellenletzten PSV (2) und einer Heimschlappe gegen London würde der Borussia im letzten Spiel der Gruppe A ein Unentschieden reichen. "Wir haben sieben Punkte und brauchen deshalb nicht zu zittern", sagte Trainer Matthias Sammer und forderte seine Spieler zu einer ähnlichen Energieleistung wie in Bremen auf: "Ich will, dass sich kein Spieler versteckt. Alle sollen Charakter zeigen."

Allein die schlechten Erinnerungen an die vergeblichen Anläufe in den Jahren 1999 und 2001 sind Motivation genug. Beide Male brachte sich der BVB in den letzten Gruppenspielen leichtfertig um den Lohn der Arbeit, beide Male gab es nach dem Vorrunden-Knockout in der europäischen Königsklasse reichlich Hohn und Spott. Zudem brennen die Dortmunder auf eine Revanche für die bisher einzige Saison- Niederlage, dem 0:2 beim Hinspiel in London. Ehrfurcht vor dem Gegner ist laut Trainer Sammer fehl am Platze: "Wir sollten Respekt haben, müssen uns aber nicht verstecken."

Rechtzeitig vor dem wichtigen Duell mit dem 12-maligen englischen Meister tankte der BVB beim überzeugenden 4:1-Sieg in Bremen Selbstvertrauen. "Die Mannschaft steht in der Pflicht, so eine Leistung wie am Samstag nun in der Champions League zu wiederholen", sagte Sportmanager Michael Zorc voller Hoffnung auf eine Rückkehr des Weltpokalsiegers von 1997 in den Kreis der besten europäischen Teams.

Nicht nur der eigene Auftritt in Bremen, sondern auch die Ladehemmung der "Gunners" in den vergangenen Spielen, stimmt die Dortmunder zuversichtlich. Nach drei Schlappen binnen acht Tagen geriet bei Arsenal der in 30 ungeschlagenen Spielen aufgebaute Nimbus der Unverwundbarkeit schnell in Vergessenheit. Dem Gerede von einer aufkommenden Krise trat Coach Arsene Wenger jedoch vehement entgegen: "Es gibt keinen Grund zur Panik. Solche Phasen gibt es in der Saison immer mal. Wir haben uns geschworen, in Dortmund zurückzuschlagen."

Solch kämpferischen Töne aus London stimmen BVB-Manndecker Christian Wörns nachdenklich: "Angeschlagene Gegner mag ich überhaupt nicht, die sind dann noch konzentrierter als sonst." Ein offenbar fingiertes Sammer-Interview in der britischen Sonntagszeitung "News of the world" heizte die Stimmung beim Gegner zusätzlich an. Dort spricht der BVB-Coach von "Rache für das Hinspiel" und von einer "Antwort auf die Arroganz" der Arsenal-Spieler. In einem Anruf beim englischen Traditionsclub stellte BVB-Pressesprecher Josef Schneck klar, dass es dieses Interview nie gegeben hat. Und auch Sammer dementierte vehement: "Solche Sätze würde ich nie verwenden."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Lehmann - Evanilson, Wörns, Metzelder, Dede - Reuter, Kehl, Frings - Rosicky - Koller, Ewerthon

Arsenal London: Seman - Lauren, Campell, Cygan, Cole - Pires, Vieira, Gilberto, Ljungberg - Wiltord, Henry

Schiedsrichter: Gonzales (Spanien)

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