Sammer: Mannschaft beteiligt sich
BVB-Spieler streiten um Gehaltsverzicht

Trainer Matthias Sammer hat jegliche Zweifel an einem freiwilligen Gehaltsverzicht des Star-Ensembles von Borussia Dortmund ausgeräumt. "Ich sage: Die Mannschaft wird sich an dem Gehaltverzicht beteiligen", stellte der 35-Jährige nach dem 3:0 (2:0) am Sonntag im DFB-Pokal beim Oberligisten SpVgg EGC Wirges klar.

HB/dpa DORTMUND. Er gehe hundertprozentig davon aus, dass alle Spieler verzichten würden, betonte Sammer, auch wenn der Vorschlag nicht spontan auf einhellige Zustimmung gestoßen war. "Da können alle erzählen, was sie wollen, auch über diese Mannschaft, den Verein."

Von Verstimmung also angeblich keine Spur. "Es gibt keine Dissonanzen", betonte Sammer. Dennoch: Dass die Profis freiwillig auf 20 Prozent ihres beträchtlichen Grundgehalts verzichten sollen, vergiftete die Atmosphäre. So monierte der Brasilianer Dede (2 Mill´. Euro) in der "Bild"-Zeitung: "Es gab schon keine Champions- League-Prämie. Wenn einem der Chef 50 Prozent wegnehmen will, sagt keiner sofort Ja."

Dabei dürfte der "schmerzhafte Hinweis" (Manager Michael Meier) auf die teilweise indiskutablen und kostspieligen Fehlleistungen den Borussen-Kickern gar nicht so sehr wehtun bei einem Mindestlohn von 1,5 Mill. Euro für die Top 14-Spieler. "Unser Gehaltsvolumen ist drei Mal so hoch wie beim VfB Stuttgart", blickte Meier zu den Schwaben, die ihrerseits allerdings im Millionen-Geschäft Champions League mitmischen. Die "Bild"-Zeitung listete in ihrer Montag-Ausgabe sogar die Gehälter nebst Konterfei des entsprechenden Lohnempfängers auf: An der Spitze rangiert der brasilianische Stürmer Marcio Amoroso mit satten 4,5 Mill. Euro Jahresgage.

Doch ausgerechnet dem divenhaften Angreifer soll es die Laune verdorben haben. Amoroso drohte angeblich mit seinem Abschied beim Weltpokalsieger von 1997. Hingegen signalisierte Torwart Roman Weidenfeller, nicht einmal unter den bestbezahlten 14 Akteuren aufgeführt, Entgegenkommen. Die Mannschaft sei insgesamt bereit, erklärte Sammer, ohne auf mögliche Ausnahmen eingehen zu wollen. Mit bestem Beispiel will das gesamte Management des deutschen Meisters von 2002 vorangehen, nachdem Coach Sammer gleich nach dem Brügge-Spiel am vergangenen Mittwoch als erster öffentlich bekundet hatte, finanzielle Abstriche zu machen. Nach einem Bericht der "Ruhr- Nachrichten" vom Montag bestätigte Meier, dass man zum zweiten Mal in dieser Saison auf einen Teil des Salärs verzichte. "Im Gegensatz zu der Mannschaft haben wir nicht die Chance, das Geld durch sportliche Erfolge wieder rein zu spielen", erklärte Meier.

Die Mannschaft reagierte mit dem standesgemäßen Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde und bescherte dem zweimaligen Cup-Gewinner angesichts der Millionenbeträge, mit denen die Westfalen sonst jonglieren, wohl eher nur ein kleines Zubrot. "Nach dieser Woche, in der alles andere als dieses Spiel Gesprächsthema war, war es einfach nur wichtig zu gewinnen", meinte Lars Ricken.

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