Samstag ins Dock
"Kursk"-Wrack in Bucht bei Murmansk geschleppt

Der Schleppzug mit dem geborgenen Wrack des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" hat nach zweitägiger Fahrt am Mittwoch sein Ziel in der Kola-Bucht bei Murmansk erreicht. Das Dockschiff "Giant-4" fuhr mit dem darunter hängenden Havaristen bis dicht vor das Schwimmdock PD-50 der Marinebasis Rosljakowo, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

dpa MOSKAU. Alle Schiffe der russischen Nordflotte ließen ihre Nebelhörner ertönen zum Gedenken an die 118 Matrosen, die beim Untergang der "Kursk" vor mehr als einem Jahr ums Leben gekommen waren.

Nach vorläufiger Planung soll das in der Barentssee gehobene Wrack am Samstag mit der Nachmittagsflut in das Dock bugsiert werden. Zuvor werden am Donnerstag und Freitag noch zwei Pontons unter das Gespann aus "Giant-4" und "Kursk" geschoben, um den Tiefgang weiter zu verringern. Außerdem sollten Experten der Nordflotte das Wrack von außen auf austretende Radioaktivität aus den beiden Antriebsreaktoren untersuchen. In Rosljakowo stand eine elektronische Anzeige, um die Bevölkerung über eine mögliche Strahlenbelastung zu informieren.

Als erste sollen Staatsanwälte und Gerichtsmediziner an Bord des geborgenen U-Bootes gehen, ordnete Präsident Wladimir Putin bei einer Besprechung in Moskau an. In dem Wrack werden immer noch die Überreste zahlreicher Besatzungsmitglieder vermutet. Die Untersuchung der "Kursk" soll auch Aufschluss über den Untergang geben, an dem nach Expertenmeinung ein vorzeitig explodierter Torpedo schuld war.

Der Kommandeur der Nordflotte, Admiral Wjatscheslaw Popow, dankte allen Helfern bei der dreimonatigen Bergungsaktion in der zum Nördlichen Eismeer gehörenden Barentssee. "Dank der Vereinigung internationaler Kräfte ist die gestellte Aufgabe erfolgreich gelöst worden", sagte er. Die technische Arbeit der nach Schätzungen 140 Mill. DM (71 Mill. Euro) teuren Operation hatten vor allem die Bergungsfirma Mammoet und die Tauchfirma Smit International aus den Niederlanden geleistet. Der atomgetriebene Raketenkreuzer "Peter der Große", von dem aus die Bergungsoperation geleitet worden war, machte im Marinestützpunkt Seweromorsk fest.

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