Samstagseinkauf bis 20 Uhr
Geteiltes Echo auf Ladenschluss-Vorstoß

Der Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für einen späteren Ladenschluss an allen Samstagen hat ein geteiltes Echo gefunden. Der Einzelhandel forderte am Mittwoch, schnell mit der Neuregelung zu beginnen. Bereits am ersten Samstag nach Weihnachten sollten die Geschäfte bis 20 Uhr geöffnet bleiben.

HB/dpa BERLIN. Dagegen lehnte DGB-Chef Michael Sommer einen späteren Ladenschluss weiterhin ab. Die Verbraucherverbände verlangten eine völlige Freigabe mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage.

Nach dem Vorschlag des Kanzlers sollen die Geschäfte samstags künftig generell bis 20 Uhr geöffnet bleiben dürfen. Bislang müssen sie in der Regel um 16 Uhr schließen, an den vier Advents-Samstagen um 18 Uhr. Damit würde eine der wichtigsten Forderungen der Einzelhandelsverbände erfüllt. Durch längere Öffnungszeiten am Samstag wird vor allem in den Innenstädten ein besseres Geschäft erwartet. Am Samstag wird derzeit in den deutschen Geschäften der zweithöchste Umsatz gemacht. Umsatzstärkster Tag ist der Freitag.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) forderte Bund und Länder auf, das Ladenschlussgesetz im Eilverfahren zu ändern. "Wir erwarten, dass der Vorstoß des Kanzlers so schnell wie möglich 1:1 umgesetzt wird", erklärte HDE-Präsident Hermann Franzen. Die Kunden dürften nach den vier langen Advents-Samstagen nicht wieder um 16 Uhr vor der Tür gelassen werden. Der Handelsverband BAG unterstützte die Initiative ebenfalls.

Dagegen bekräftigte DGB-Chef Sommer die ablehnende Haltung der Gewerkschaften. "Eine Änderung des Ladenschlussgesetzes ist wirklich nicht notwendig. Es führt weder zu mehr Arbeit noch zu mehr Konsum", sagte er im Deutschlandfunk. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte eine völlige Freigabe der Öffnungszeiten. Eine Zwischenlösung allein für Samstag lehnte Verbandspräsidentin Edda Müller ab. Die Verbraucherzentralen fürchten, dass eine längere Samstagöffnung fast nur den Kaufhäusern zu Gute kommt.

In die Ladenschluss-Debatte war nach längerer Pause vergangene Woche wieder Bewegung gekommen. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) kündigte an, im Ladenschlussgesetz nur noch eine "generelle Kernöffnungszeit" festzulegen und alles Weitere den verschiedenen Akteuren zu überlassen. Dazu wolle er in Kürze Gespräche mit allen Beteiligten führen. Einen konkreten Zeitplan gibt es nach Angaben einer Ministeriumssprecherin noch nicht.

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