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Samuraischwert-Amok: Täter in der Psychiatrie

Nach dem tödlichen Angriff mit einem Samurai- Schwert auf einen Geschäftsmann ist der 22 Jahre alte Täter in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht worden. Der offenbar psychisch kranke Täter sieht sich als Erzengel Gabriel.

dpa AMBERG. Nach dem tödlichen Angriff mit einem Samurai- Schwert auf einen Geschäftsmann ist der 22 Jahre alte Täter in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht worden. Der offenbar psychisch kranke Täter sieht sich als Erzengel Gabriel.

Den Unterbringungsbefehl hat das Amtsgericht Amberg in Bayern erlassen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Der 22-Jährige hatte am Montag vor entsetzten Zeugen mit einem Samurai-Schwert einen 50 Jahre alten Mann in Amberg niedergemetzelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags. Wann es zu einer Anklage kommt, ist unklar. "Wir müssen zunächst das Gutachten der Ärzte abwarten. Die Frage ist, inwieweit der Täter zurechnungsfähig war", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Dem 22-Jährigen sei zwar bewusst, dass er jemanden getötet hat, aber bei der Vernehmung durch den Ermittlungsrichter habe er "wirr und zusammenhangslos" gesprochen, sagte Polizeisprecher Oswald Ertl. Unter anderem soll der Täter geäußert haben, er sei der Erzengel Gabriel. "Viele Dinge, die er gesagt hat, kann man sich überhaupt nicht zusammenreimen", sagte Ertl. Daher wisse man auch nach wie vor nicht, was der konkrete Auslöser der Tat war.

Der getötete Familienvater ist wahrscheinlich nur durch einen grausamen Zufall Opfer der Bluttat geworden. "Es gibt keinerlei Beziehung zwischen Täter und Opfer", sagte Ertl. Nach bisherigen Erkenntnissen sei der junge Mann ziellos durch die Stadt gefahren, war auch vorher nie in dem Waffenladen gewesen. "Dass es ausgerechnet dieses Geschäft traf, war purer Zufall", sagte Ertl.

Am Montagabend durchsuchte die Polizei die Wohnung des Täters im Haus seiner Eltern. Jedoch habe man nichts gefunden, was auf die Gewalttat hingedeutet habe, "keine Gewaltvideos, keine Waffen, nichts dergleichen". Der junge Mann komme aus einem intakten Elternhaus. Allerdings sei er schon einmal in psychiatrischer Behandlung gewesen.

Der Täter hatte am Montag in einem Amberger Waffengeschäft die Nachbildung einer japanischen Ritterwaffe ausgesucht, bezahlt und damit plötzlich auf den Verkäufer eingeschlagen. Das schwer verletzte Opfer flüchtete sich in ein benachbartes Haushaltswarengeschäft, wo der 50-Jährige dann von dem 22-Jährigen tödlich verletzt wurde. In Vernehmungen habe der Täter gesagt, er habe in seinem Opfer "den Teufel gesehen."

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