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«Sand World 2004»: Olympia in TravemündeDPA-Datum: 2004-07-07 19:04:37

Travemünde (dpa) - Ob alle Sportstätten in Athen rechtzeitig zum Beginn der Olympischen Sommerspiele fertig werden, steht noch nicht fest. Am Priwallstrand in Lübeck-Travemünde dagegen ist das Olympiastadion aus Sand bereits fertig, und die Sportler sind auch schon da.

Travemünde (dpa) - Ob alle Sportstätten in Athen rechtzeitig zum Beginn der Olympischen Sommerspiele fertig werden, steht noch nicht fest. Am Priwallstrand in Lübeck-Travemünde dagegen ist das Olympiastadion aus Sand bereits fertig, und die Sportler sind auch schon da.

Boxer Muhammad Ali, Schwimmer Jonny Weißmüller und Sprinter Ben Johnson, alle aus Sand geformt, warten auf den Startschuss zur «Sand World 2004». Die steht unter dem Motto «Mythos Olympia» und wird am Donnerstagabend feierlich eröffnet.

Gezeigt wird die Geschichte der Olympischen Spiele von der sagenhaften Entstehung um das Jahr 800 vor Christus bis zu den Spielen des Jahres 2004 in Athen. Die werden per Großbildleinwand auf den Priwall übertragen, verspricht die Projektleiterin bei der Lübecker und Travemünde Tourist GmbH, -Service Jana Kürbis. «Während der Wettkämpfe kann man in unserem Olympiastadion die Fernsehbilder live erleben», sagt sie. Mit der Travemünder Sandarena hat Deutschland also vorübergehend nach Berlin und München das dritte Olympiastadion.

Rund 10 000 Tonnen Sand, zum Teil aus dem holländischen Städtchen Cuijk an der Maas wegen seiner speziellen Körnung extra per Schiff nach Travemünde gebracht, wurden in den vergangenen Wochen zu bis zu elf Meter hohen Skulpturen verarbeitet. Kamen anfangs Werkzeuge wie Spaten, Maurerkellen und Stechbeitel zum Einsatz, sind jetzt feinere Werkzeuge dran. Palettenmesser, Skalpelle, Strohhalme und Pinsel geben den Figurengruppen den letzten Schliff.

Bei ihrer Arbeit hatten die 75 Sandkünstler aus 13 Nationen mehr als einmal mit dem Wetter zu kämpfen. «Die heftigen Platzregen hatten an einigen Figuren Spuren hinterlassen, so dass die Skulpteure sie immer wieder nacharbeiten mussten», sagt der Pressesprecher der «Sand World», Christian Behrendt. «Aber die Situation ist nicht so dramatisch wie im Jahr 2002, als Sturm und sintflutartiger Regen einige Skulpturen schwer beschädigt hatten», beruhigt er. Auch der für die künstlerische Umsetzung verantwortliche Geschäftsführer der niederländischen Firma Inaxi, Eppo Vogel, bleibt gelassen. «Der Regen ist für die Skulpteure schlimmer als für die Skulpturen», sagt er. Vorsichtshalber bleiben einige besonders filigrane Sandkunstwerke allerdings bis zur Eröffnung zum Schutz mit Plastikplanen verhüllt.

Neben humorvoll gestalteten Szenen aus der Sportwelt gibt es in der «Sand World» auch Interessantes über Olympia zu sehen. So erfährt man zum Beispiel, dass der spätere US-General George Smith Patton 1912 in Stockholm eine Medaille im Fünfkampf gewonnen hat. Eine überdimensionale Entenfamilie stellt sich dem Ruderer Bobby Pearce in den Weg, der 1928 in Amsterdam seine Führungsposition aufgab, um die Enten passieren zu lassen. Mit der Einkaufstasche am Arm sprintet die holländische Leichtathletin Fanny Blankers-Koen durch die «Sand World». Die «fliegende Hausfrau» und Mutter von drei Kindern gewann 1948 in London vier Mal Gold.

Bis zum 9. September wird die «Sand World» geöffnet sein. «Nach dem gewaltigen Erfolg des Vorjahres mit 455 000 Besuchern rechnen wir in diesem Jahr mit etwa 350 000 bis 400 000 Besuchern», sagt Kürbis.

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