Sanierung fast geschafft
Sorgenkind Schiffbau bei Babcock Borsig im Blickpunkt

vwd OBERHAUSEN. Die Sanierung ist fast geschafft: Nach der Beinahe-Pleite 1996 hat sich die Babcock Borsig AG, Oberhausen, stark verschlankt und fährt bereits seit einiger Zeit wieder Gewinne ein. Das Konglomerat aus ursprünglich rund 350 Gesellschaften in sieben Geschäftsfeldern ist zum überschaubaren Konzern mit den zwei Sparten Energietechnik und Schiffbau mit knapp 150 Gesellschaften geworden. Doch wenn der Vorstandsvorsitzende Klaus Lederer an diesem Montag die Bilanz des Geschäftsjahres 1999/2000 (30. September) präsentiert, dürfte er nur bedingt zufrieden sein.

Die Werften bleiben vorerst ein Sorgenkind des Unternehmens. Erst Ende September hatte Lederer mit einem Paukenschlag drei Spitzenmanager der Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW), Kiel, entlassen und sich selbst an die Spitze der Gesellschaft gesetzt. Grund waren verlustreiche Engagements vor allem im Fährenbau. Zwar erwirtschaftet die Abteilung U-Boot-Bau mit ihrem hohen Weltmarktanteil Gewinne, der Handelsschiffbau ist jedoch chronisch in den roten Zahlen.

Bilanziell geht es aufwärts

Dazu kommt der Druck von außen, mit Partnern zusammenzuarbeiten. Die Bundesregierung möchte den deutschen Schiffbau langfristig sichern und drängt auf eine Kooperation mit dem anderen großen deutschen Werftenbetreiber, der Thyssen Krupp AG. Die ist mit der Blohm + Voss AG sowie den Thyssen Nordseewerken stark im Fregattenbau.

Bilanziell geht es mit Babcock Borsig aufwärts. Lederer kündigte in der vergangenen Woche in einem Interview an, das operative Konzernergebnis im abgelaufenen Jahr mindestens verdoppelt zu haben. Der Vorjahreswert betrug 84 Mill. DM. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dürfte jedoch nur leicht über den 197 Mill. DM von 1998/99 liegen, da die Abgabe von mehr als drei Mrd. DM Umsatz - darunter unter anderem der schwächelnde Textilmaschinenbauer Moenus - Geld gekostet hat. Der Umsatz sollte bei gut zwölf Mrd. DM liegen, ist aber mit der Vorjahreswert wegen der Verkäufe nur bedingt vergleichbar.

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