"Sanierung noch nicht abgeschlossen"
Herlitz hofft auf das 2. Halbjahr

Die Herlitz AG, Berlin, ist in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres noch weiter in die Verlustzone gerutscht. Dies liege unter anderem an den noch hohen Materialkosten bei gleichzeitig hohem Wettbewerbsdruck auf die Verkaufspreise, sagte Vorstandsvorsitzender Werner Eisenhardt am Dienstag in der Hauptversammlung in Berlin.

vwd/rtr BERLIN. Der aufgelaufene Umsatz liege Ende Mai auf Grund der schwachen Konsumkonjunktur und Umsatzrückgängen bei Tochtergesellschaften durch Sanierung um 7 % unter dem Vorjahresniveau. Im Mai habe der Umsatz aber über Vorjahresniveau gelegen, was Eisenhardt als "vorsichtiges Zeichen einer positiven Veränderung" wertete.

Herlitz mache sein Geschäft hauptsächlich im zweiten Halbjahr, weshalb man aus den 29 Mill. DM Verlust des ersten Quartals nicht auf das Jahresergebnis schließen könne. Für das erste Quartal hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von 199 Mill. DM (Vorjahr: 216 Mio DM) einen Verlust von 29 Mill. DM (Vorjahr: 18 Mill. DM) gemeldet. Zum erwarteten Verlauf des Gesamtjahres äußerte sich Eisenhardt nicht. Eisenhardt verwies zudem darauf, dass die Materialkosten Ende 2000 ihr Spitzenniveau erreicht hätten und seither sänken. "Die Sanierung ist noch nicht abgeschlossen", sagte Eisenhardt. Noch gelte es, Sonderbelastungen wie Immobilien abzustoßen, da allein Leerstandskosten in Höhe von 40 Mill. DM das Unternehmen pro Jahr belasteten. Aber das Unternehmen habe Substanz und könne langfristig wieder schlagkräftig werden.

Den Aktionären zur Abstimmung vorgelegt wurde die zweite Stufe der Rekapitalisierung, die Herlitz bereits auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Mai mit einer ersten Barkapitalerhöhung in Höhe von 60 Mill. DM eingeleitet hatte. Danach befanden sich rund 66 % der Anteile in Händen eines Bankenpools, in dem unter anderem die Deutsche Bank, die Hypo-Vereinsbank und die Bankgesellschaft Berlin vertreten sind. Nun sollen Kredite in Höhe von 96 Mill. DM in Genussrechte umgewandelt werden, denen Optionsrechte beigefügt sind. Dadurch sinkt der Schuldenberg des Unternehmens von 696 Mill. auf 600 Mill. DM. Die jährliche Zinslast reduziert sich somit um 7 Mill. DM.

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