Archiv
Sanierung von Senator Entertainment bis Ende 2004 - Entschuldung der Töchter

Die Sanierung des angeschlagenen Berliner Filmunternehmens Senator Entertainment soll noch bis Jahresende abgeschlossen sein. "Hindernisse, die das noch aufhalten können, sind nicht in Sicht", sagte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde am Donnerstag in Berlin. Mit einer Entlassung des Unternehmens aus der Insolvenz sei im Dezember zu rechnen. Die Deutsche Bank London will durch eine Kapitalerhöhung Mehrheitsaktionär von Senator werden.

dpa-afx BERLIN. Die Sanierung des angeschlagenen Berliner Filmunternehmens Senator Entertainment soll noch bis Jahresende abgeschlossen sein. "Hindernisse, die das noch aufhalten können, sind nicht in Sicht", sagte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde am Donnerstag in Berlin. Mit einer Entlassung des Unternehmens aus der Insolvenz sei im Dezember zu rechnen. Die Deutsche Bank London will durch eine Kapitalerhöhung Mehrheitsaktionär von Senator werden.

Noch in diesem Monat sollen zwei weitere Töchter, die Senator Film Verleih Gmbh und die Senator Film Produktion Gmbh, aus der Insolvenz entlassen werden. Eine Tochterfirma, die Central Vertriebs Gmbh ("Männerpension"), konnte bereits in der vergangenen Woche entschuldet werden. Verkauft werden soll die amerikanische Tochter, die Senator International Inc. in Los Angeles. Derzeit würden Gespräche mit einer Investmentbank geführt. Was mit der ebenfalls angeschlagenen Kinokette Cinemaxx geschehen soll, sei aber noch unklar. "Das steht derzeit nicht auf der Tagesordnung", sagte Rattunde.

Die Senator Entertainment AG ("Das Wunder von Bern", "Good Bye, Lenin!") hatte im April dieses Jahres nach massiven Abschreibungen auf Lizenzen und Beteiligungen mit drei deutschen Töchtern Insolvenz anmelden müssen. Im Juni wurde bereits ein Kapitalschnitt beschlossen.

'Schulden Umwandeln IN Kapital'

Nach Angaben Rattundes will die Deutsche Bank London durch die Einbringung des überwiegenden Teils ihrer Darlehensforderungen die Mehrheit an Senator erwerben. Die Bank sei mittlerweile größter Gläubiger und habe die Forderungen der bisherigen fünf Gläubigerbanken übernommen. "Die Schulden sollen jetzt in Kapital umgewandelt werden", sagte Rattunde. Die übrigen Gläubiger sollen eine Quote von zehn Prozent auf ihre Forderungen erhalten. Die Gesamtforderungen belaufen sich laut Rattunde auf etwa zehn Mill. ?.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) forderte die Deutsche Bank auf, ihre langfristigen Pläne zu Senator offen zu legen. "Wir sind skeptisch, dass die Bank auch nach 2006 Hauptaktionär bleiben will", sagte Sprecher Michael Kunert.

Gläubiger-OK ZU Insolvenzplan

Die Gläubiger hatten am Donnerstag dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt. Anfang November soll die Hauptversammlung über die Kapitalmaßnahmen entscheiden. Sollten sie beschlossen werden, werde das Unternehmen aus der Insolvenz entlassen.

Senator rechnet in diesem Jahr mit etwa 50 % weniger Umsatz als 2003. Im vergangenen Jahr habe dieser noch bei etwa 55 Mill. ? gelegen. Derzeit beschäftigt der Konzern 130 Mitarbeiter. 2004 werde als Sanierungsjahr angesehen, erst 2006 werde man wieder "voll operativ tätig" sein. In diesem Jahr beteiligte sich Senator unter anderem an der europäischen Co-Produktion "Merry Christmas" mit Daniel Brühl.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%