Sanierung zeigt Erfolge
C & A erstmals wieder mit Gewinn

Der Düsseldorfer Bekleidungsfilialist C&A trotzt der Flaute im deutschen Einzelhandel: Während die Konkurrenz über dramatische Umsatzeinbrüche jammert, steigerte der Düsseldorfer Billiganbieter im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 Umsatz und Ergebnis und bleibt auch in diesem Jahr auf Wachstumskurs.

WiWo/AP DÜSSELDORF. "Wir hatten seit Herbst 2000 in jedem Monat eine bessere Entwicklung als der gesamte Modemarkt in Deutschland" , sagte der Chef von C&A Deutschland, Dominic Brenninkmeyer, am Montag in Düsseldorf. Auch im laufenden Jahr sei der Umsatz von Monat zu Monat weiter gestiegen. Das Umsatzplus liege derzeit bei drei Prozent.

Als Erfolgsrezept nannte der Manager nicht zuletzt die Konzentration auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine verbesserte Warensteuerung.

Das Traditionsunternehmen kehrt damit nach langer Krise langsam zu alter Stärke zurück. Erstmals nach fünf Jahren mit roten Zahlen machte C&A im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 wieder einen Gewinn von 33,2 Millionen Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte der Bekleidungsfilialist noch einen Jahresfehlbetrag von 46,2 Millionen Euro ausgewiesen.

Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, flächenbereinigt lag das Plus sogar bei vier Prozent. Der Marktanteil stieg auf knapp unter acht Prozent.

Brenninkmeyer: Trendwende geschafft

C&A habe damit die Trendwende geschafft, sagte Brenninkmeyer. Allerdings kommt das Unternehmen aus einem tiefen Tal. Denn Ende der 90er Jahre hatte der traditionelle Billiganbieter vergeblich versucht, sich ein neues "höherwertiges" und "trendigeres" Image zuzulegen, und war dabei tief in die roten Zahlen gerutscht.

Der Marktanteil - einst über zehn Prozent - rutschte zeitweise bis auf fast sieben Prozent ab. Dann zog das Unternehmen die Notbremse und besann sich wieder auf seine Rolle als preisgünstiger Anbieter für die ganze Familie. "Viele Probleme waren hausgemacht", räumte denn auch Brenninkmeyer im Rückblick ein.

Inzwischen ist das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs. So eröffnete C&A seit November vergangenen Jahres bundesweit insgesamt sechs C&A Kids Stores. Drei weitere sollen in Kürze folgen. Über die Eröffnung neuer C&A-Filialen werde ebenfalls nachgedacht, berichtete der Manager. Einen Personalabbau werde es deshalb bei dem Traditionsunternehmen nicht geben.

Zusätzliche Schubkraft hatte der Höhenflug von C&A zum Jahresbeginn durch den viel beachteten 20-prozentigen Euro-Rabatt des Bekleidungsfilialisten bekommen. Zwar verurteilte das Landgericht Düsseldorf das Unternehmen drei Monate später in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht zu einer Geldstrafe von einer Million Euro. Doch bescherte die Aktion dem Unternehmen auch eine ungeahnte Werbung: Die Aktion habe C&A einen Imageschub als sehr konsumentenfreundlich gegeben, sagte Brenninkmeyer.

Der zusätzliche Umsatz durch die Aktion falle aber auf das Gesamtjahr betrachtet kaum ins Gewicht. Der Manager betonte, C&A habe Berufung gegen die Millionenstrafe eingelegt. Mit dem Prozess in zweiter Instanz sei im Herbst zu rechnen.

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