Sanierungs-Konzept für die Bundesliga gesichert
FCK vor Rettung

In seinem Kampf um das wirtschaftliche Überleben ist der mit rund 40 Mill. ? verschuldete Fußball- Bundesligist 1. FC Kaiserslautern einen entscheidenden Schritt voran gekommen. Nach sechsstündiger Krisensitzung im Fritz-Walter-Stadion gab der Club am Mittwochabend bekannt, dass sein Sanierungs-Konzept für die Bundesliga "weitestgehend gesichert" ist. Damit dürfte auch die drohende Insolvenzgefahr bei dem pfälzischen Traditionsclub gebannt sein.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. Bei dem dritten und letzten Krisengipfel wurde nach zähem Ringen endlich eine Einigung zwischen Vertretern des Vereins, des Landes Rheinland-Pfalz, der Stadt Kaiserslautern und den Gläubiger-Banken erzielt. Beschlossen wurde die Gründung einer Objekt-Gesellschaft durch die Stadt Kaiserslautern und drei Gläubiger-Banken mit dem Ziel der Übernahme des noch vereinseigenen Fritz-Walter-Stadions. Über den möglichen Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Für den Fall des Abstiegs in die 2. Bundesliga zeichnen sich allerdings Probleme ab, die "größter Anstrengungen von Seiten des Vereins erforderlich machen würden, die durch einen Abstieg anstehenden Kosten und Verluste auszugleichen", hieß es in einer Presseerklärung.

"Wir sind heute einen ganz großen Schritt weiter gekommen. Die Objekt-Gesellschaft ist ein wesentlicher Beitrag zur Eliminierung der Überschuldung des Vereins", zog FCK-Vorstandschef René C. Jäggi zufrieden sein Fazit nach der Marathonsitzung. Ein Überleben in der 2. Liga schloss der Schweizer jedoch kategorisch aus. Jäggi: "Dort wären wir hochgradig verschuldet, weil aus den Einnahmen allein 13 Mill. ? fehlten."

Sämtliche Entscheidungen stünden jedoch noch unter "Gremien- Vorbehalt". Sie bedürften noch intensiver rechtlicher Abklärungen. Diese sollen am (morgigen) Donnerstag unter Federführung des FCK und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers Deutsche Revision eingeleitet werden. Alle "paraphierten Absichtserklärungen" sollen mit der Einreichung der Unterlagen für das Lizenzierungs- Verfahren bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorliegen. Spätestens bis zum 15. März muss der Lizenzierungsantrag bei der DFL eingereicht werden.

Ebenfalls am Mittwoch durchsuchte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken die Geschäftsräume der ehemaligen FCK- Vorstandsmitglieder Jürgen Friedrich und Gerhard Herzog sowie Büroräume der "Rogon"-Spielervermittlungsagentur von Roger Wittmann in Ludwigshafen und Köln. Dies sei im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Verantwortliche wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und der Untreue geschehen, teilte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken mit.

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Eberhard Bayer durchsuchten rund 40 Beamte der Steuerfahndung und des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz und Köln die Wohn- und Geschäftsräume von Ex-Vorstandschef Friedrich und Herzog, der nach seiner Trennung vom FCK zur Zeit Ministerialrat in Diensten der rheinland-pfälzischen Landesregierung ist. Bei den Durchsuchungen, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft "ohne besondere Vorkommnisse" verliefen, wurden umfangreiche Unterlagen sichergestellt. Bayer betonte: "Die Auswertung dieser Papiere wird voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen."

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