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Sanierungsgespräche bei Opel dauern an - 'Angelegenheit von Wochen'

Die Sanierungsgespräche beim angeschlagenen Autohersteller Opel werden sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. "Das ist eine Angelegenheit von Wochen", sagte der Frankfurter IG Metall-Bezirksleiter Klaus Mehrens am Freitag nach einem Treffen des Gesamtbetriebsrats und der IG Metall der dpa.

dpa-afx FRANKFURT. Die Sanierungsgespräche beim angeschlagenen Autohersteller Opel werden sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. "Das ist eine Angelegenheit von Wochen", sagte der Frankfurter IG Metall-Bezirksleiter Klaus Mehrens am Freitag nach einem Treffen des Gesamtbetriebsrats und der IG Metall der dpa. Die Verhandlungen sollen in der kommenden Woche weitergeführt werden. Für Anfang November sei eine Betriebsräte-Konferenz in Kaiserslautern geplant. Dazu werde auch der Vorstand erwartet. Zum bisherigen Stand der Verhandlungen haben Opel-Management und Arbeitnehmervertreter Stillschweigen vereinbart.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag) ist das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim am härtesten von den geplanten Stellenstreichungen des Mutterkonzerns General Motors Co. (GM) betroffen. Dort sollen nicht wie bisher angenommen 4 000, sondern sogar bis zu 4 500 Arbeitsplätze abgebaut werden. In Rüsselsheim arbeiten in Entwicklung, Fertigung (Vectra, Signum) und Verwaltung rund 20 000 Beschäftigte. Eine Opel-Sprecherin sagte, das Unternehmen kommentiere diesen Bericht ebenso wie andere Zeitungsberichte und Spekulationen nicht.

Der Gesamtbetriebsrat und das Management verhandeln seit Anfang der Woche über den Sanierungsplan. Die Arbeitnehmervertreter fordern, dass alle Standorte erhalten bleiben und betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Die Zahlen des Stellenabbaus können je nach Ergebnis der Gespräche von den bisherigen GM-Plänen abweichen, heißt es in Unternehmenskreisen. Mehrens sagte, die Vermeidung von Entlassungen sei festes Ziel der Gespräche. Allerdings sei ein Personalabbau vermutlich nicht völlig zu vermeiden.

Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer geht davon aus, dass ein deutlicher Lohnverzicht der Beschäftigten bis zu 5 000 Jobs retten könnte. Das sagte Dudenhöffer der "Bild"-Zeitung (Freitag). General Motors hatte angekündigt, bis zu 12 000 Stellen in Europa - davon 10 000 in Deutschland - streichen zu wollen. Die Kosten sollen damit um rund 500 Mill. Euro im Jahr gesenkt werden.

Unterdessen verstärkt Opel die Werbung für das neue Modell Astra Caravan, das von diesem Samstag an bei den Händlern steht. Erfahrungsgemäß würden 40 Prozent des Kompaktklasse-Wagens als Kombi gekauft, hieß es bei dem Unternehmen. Der Caravan ist um 600 Euro günstiger als sein Vorgängermodell und kostet mit 90-PS-Motor ab 15 995 Euro. Auf ein Sonderausstattungspaket mit Klimaanlage wird ein Preisvorteil von 1 000 Euro gewährt.

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Opel-Händler ist die Nachfrage der Kunden trotz der negativen Schlagzeilen im Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt gestiegen.

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