Sanierungskonzept noch nicht gesichert
Brau und Brunnen will 400 Stellen abbauen

dpa-afx DORTMUND. Die vom Dortmunder Getränke-Konzern Brau und Brunnen bekannt gegebenen Pläne zum Abbau von rund 400 Stellen betreffen nach Unternehmens-Angaben hauptsächlich die Brauereien Schultheiss in Berlin und Schlösser in Düsseldorf. Das Sanierungskonzept ist nach Darstellung des Betriebsrates aber noch nicht gesichert. "Der Aufsichtsrat hat die Pläne des Vorstands nicht verabschiedet, sondern nur zur Kenntnis genommen", sagte der Konzern-Betriebsratsvorsitzende Matrin Schröer am Freitag in Köln.

Betriebsrat und Konzern-Vorstand sind unterdessen uneins über die Sicherung des am Donnerstag vom Aufsichtsrat beratenen Konzeptes, mit dem Vorstandschef Rainer Verstynen bis zu 20 % Personalkosten sparen will. Nach Auffassung des Betriebsrates werde das Konzept auf der kommenden Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember noch einmal zur Diskussion stehen.

Der Vorstand sieht das anders: "Laut Brau und Brunnen-Satzung musste über das Konzept nicht abgestimmt werden", sagte Unternehmenssprecher Klaus Haller in Dortmund. Das Programm werde wie besprochen durchgeführt.

Der Vorstand hatte ein Programm vorgelegt, wonach in den kommenden drei Jahren bis zu 400 Stellen abgebaut werden. Die Kürzungen sollen hauptsächlich die Brauereien Schultheiss in Berlin und Schlösser in Düsseldorf betreffen. Zurzeit seien noch 2.549 der rund 3.500 Mitarbeiter im Geschäftsbereich Bier angestellt. Nach Verlusten 1995 von 181,2 Mill. DM (92,6 Mill. Euro) baute der Konzern bis heute rund 1.000 Stellen ab. Verluste aber blieben - im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 86,6 Mill. DM.

Neben dem Personalabbau erwartet die Schlösser-Brauerei eine weitere Umstrukturierung. Das Flaschenbier der Düsseldorfer Alt-Marke soll künftig über den Kölner Verbund des Konzerns vertrieben werden. Unzufriedene Reaktionen bei den Endverbrauchern wegen der altbekannten Rivalität zwischen den beiden Rheinstädten fürchtet Brau und Brunnen nicht. "Wir haben mitten im vergangenen Karneval bekannt gegeben, das Schlösser den Vertrieb von Dom-Kölsch übernommen hat. Da hat es auch keine Probleme gegeben", sagte Haller.

Zum Sanierungsprogramm zählt ferner der Beibehalt des Standortes Union-Ritter-Brauerei in Dortmund mit der Spitzenmarke "Brinkhoff´s". Die im April eingeführte Marke "Frankfurter Pilsener" soll ab 2001 als selbstständiges Unternehmen innerhalb der Gruppe in Frankfurt/Oder entstehen. Die Schultheiss-Brauerei soll ihr Geschäft auf die Marke "Berliner Pilsener" konzentrieren.

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