Sanierungsplan bereits vorgelegt
Chiquita beantragt Konkurs

Der zahlungsunfähige US-Lebensmittelkonzern Chiquita Brands International hat wie bereits angekündigt Konkurs beantragt. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wurde einem Bundesgericht in Cincinnati ein Insolvenzplan vorgelegt.

rtr CHICAGO. Dieser sehe vor, die Schuldenlast des als Bananenlieferanten bekannten Konzerns von insgesamt 949 Mill. Dollar (rund zwei Mrd. DM) um gut 700 Mill. Dollar zurückzuführen. Außerdem sollen damit die künftigen jährlichen Zinszahlungen um rund 60 Mill. Dollar reduziert werden. Innerhalb von drei bis vier Monaten wolle Chiquita aus dem beantragten Gläubigerschutz wieder entlassen werden, sagte eine Unternehmenssprecherin weiter.

Die Chiquita-Tochterfirmen, darunter der Bananenlieferant, arbeiten den Angaben zufolge als unabhängige juristische Einheiten ohne Unterbrechung weiter. Ihre Gläubiger seien von dem Insolvenzplan nicht betroffen, versicherte der Konzern. Kunden würden normal beliefert, und Lieferanten weiterhin voll bezahlt.

Das 131 Jahre alte Traditionsunternehmen hatte sich im Oktober mit seinen Gläubigern auf einen Sanierungsplan geeinigt, dem zufolge diese für den Verzicht auf Forderungen knapp 88 % der Unternehmensanteile erhalten sollen. Im Gegenzug sollen die Geldgeber einen Großteil der Schulden und der aufgelaufenen Zinsen erlassen. Bereits im Januar hatte Chiquita eine Umstrukturierung seiner Anleihen angekündigt, nachdem das Unternehmen im Rahmen eines achtjährigen Streits mit der Europäischen Union (EU) um Bananen-Importe einen Verlust von mehr als 1,5 Mrd. Dollar verbuchen musste.

Die Chiquita-Aktien legten am Mittwoch in einem schwächeren Gesamtmarkt an der New Yorker Börse zwischenzeitlich um mehr als 16 % auf 50 US-Cents zu. Nach einem stetigen Kursverfall in den vergangenen Jahren hatten die Anteilsscheine seit Januar weitere 86 % verloren.

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