Sanierungsplan wird ausgearbeitet
Mitsubishi erwartet höheren Verlust

Reuters TOKIO/FRANKFURT. Der japanische DaimlerChrysler-Partner Mitsubishi Motors wird das laufende Geschäftsjahr nach einem Zeitungsbericht mit einem deutlich höheren Verlust als bisher angekündigt abschließen. Die japanische Finanzzeitung "Nihon Keizai Shimbun" berichtete am Montag, der Verlust im Ende März zu Ende gehenden Geschäftsjahr werde wohl rund 250 Mrd. Yen (gut 2,2 Mrd. Euro) betragen. Bislang hatte Mitsubishi einen Verlust von 140 Mrd. Yen angekündigt. Eine Mitsubishi-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab und sagte, Mitsubishi arbeite immer noch an der Ausgestaltung seines Sanierungsplans. Ein Sprecher von DaimlerChrysler sagte in Stuttgart, es seien keine Änderungen an den Geschäftsplanungen von DaimlerChrysler nötig.

In dem Zeitungsbericht hieß es weiter, in dem Ergebnis von Mitsubishi für das noch laufende Geschäftsjahr 2000/01 werde ein einmaliger Verlust von 300 Mrd. Yen für die Neuausrichtung des Unternehmens enthalten sein. Davon entfielen 100 Mrd. Yen auf Kosten für den Sanierungsplan, 30 Mrd.Yen auf zwei aufwendige Rückrufaktionen und 130 Mrd. Yen auf Deckungslücken bei Pensionslasten.

Mitsubishi hatte Ende Februar angekündigt, 9 500 Stellen zu streichen und die Kapazität um mindestens ein Fünftel zu verringern. Bis 2003 soll dadurch wieder eine Rendite von 4,5 % erreicht werden. Der Sanierungsplan ist Teil einer umfassenderen Umstrukturierung bei DaimlerChrysler. So ist auch geplant, dass die Verluste schreibende US-Tochter Chrysler des Stuttgarter Konzerns und Mitsubishi künftig gemeinsame Fahrzeugplattformen verwenden.

DaimlerChrysler will in seiner Bilanz für das erste Quartal dieses Jahres für die Umstrukturierung von Mitsubishi eine Einmallast von 400 Mio. Euro verbuchen. Der Stuttgarter Konzern war im vergangenen Jahr mit 34 % bei dem viertgrößten japanischen Autohersteller eingestiegen und hat eine Option auf die Übernahme aller Anteile nach drei Jahren.

Eine Mitsubishi-Sprecherin nannte den Zeitungsbericht Spekulation. Einzelheiten des Umstrukturierungsplans einschließlich dessen Auswirkungen auf die Ergebnisse würden noch ausgearbeitet. Ende März sollten der komplette Plan und möglicherweise geänderte Ergebnisprognosen vorgelegt werden.

Ein DaimlerChrysler-Sprecher sagte, die Prognosen von DaimlerChrysler mit den darin vorgesehenen Einmallasten für die Sanierung von Chrysler und von Mitsubishi deckten alle erkennbaren Eventualitäten ab. "Es gibt überhaupt keinen Grund, unsere Planungen zu verändern", sagte er. Der Konzern sei über die Situation bei Mitsubishi bestens informiert. Zu den in dem Zeitungsbericht genannten Verlustzahlen von Mitsubishi lehnte der Sprecher eine Stellungnahme ab.

An der Börse in Tokio gab der Kurs der Mitsubishi-Aktie um 1,2 % auf 330 Yen nach. Analysten sagten, der Bericht über angeblich höhere Verluste sei nur eine kleine Überraschung. Vieles sei bereits im Aktienkurs berücksichtigt. "Wir achten mehr darauf, wie schnell das Unternehmen die Wende schaffen kann", sagte ein Analyst von Credit Suisse First Boston. Die DaimlerChrysler-Aktie startete am Montag zunächst schwächer in den Handel, drehte gegen Mittag aber ins Plus. Am frühen Nachmittag wurde die Aktie für 53,20 Euro gehandelt, sie lag damit um 0,5 % über dem Schlusskurs vom Freitag. Das Börsenbarometer Dax lag zum gleichen Zeitpunkt mit 0,1 % im Plus.

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