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Sanierungsverhandlungen für Karstadt-Quelle in kritischer Phase

Die Sanierungsverhandlungen für den angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern sind in eine kritische Phase geraten.

dpa-afx ESSEN. Die Sanierungsverhandlungen für den angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern sind in eine kritische Phase geraten. Es sei zu "unvorhersehbaren Schwierigkeiten" gekommen, sagte Konzernsprecher Jörg Howe am Donnerstagmittag in Essen nach mittlerweile mehr als 27-stündigen Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen sind Vertreter von Betriebsrat und Gewerkschaft ver.di erneut in kleiner Runde mit dem Vorstand zusammen gekommen, um letzte Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Während des Verhandlungsmarathons in der Essener Konzernzentrale hatten sich zuvor beide Seiten zunehmend optimistisch geäußert, dass innerhalb der nächsten Stunden eine Lösung gefunden werden kann. ver.di-Sprecher Harald Reutter hatte gesagt, bei der besonders umstrittenen Frage der Sicherung von Arbeitsplätzen hätten sich die Arbeitgeber erstmals seit Stunden bewegt. Details wollte er aber nicht preisgeben. Auch Howe hatte berichtet, Vorstand und Gewerkschaft ver.di seien inzwischen "sehr nahe" beisammen. Es werde aber noch um Details und Formulierungen gerungen, "daran kann es manchmal auch haken", sagte Howe.

Eine ursprünglich für 11.00 Uhr angekündigte Stellungnahme von Konzernchef Christoph Achenbach war wegen der andauernden Gespräche mehrfach verschoben worden; inzwischen wird nicht vor 14.30 Uhr damit gerechnet. Um 15.00 Uhr soll nach Achenbachs Fahrplan der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung die Weichen für eine dringend benötigte Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Mill. Euro stellen. Eine Einigung mit den Arbeitnehmern wird von Achenbach als Voraussetzung dafür bezeichnet und gilt auch als Vorbedingung für die Verlängerung von Bankkrediten. Dabei geht es um insgesamt 1,75 Mrd. Euro.

Ein zentraler Punkt bei den Auseinandersetzungen war bis zum Morgen der von den Arbeitnehmervertretern geforderte vollständige Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Konfliktpunkt sei daneben auch die Bewertung des von der Gewerkschaft vorgelegten Sparprogramms, das von ver.di mit rund 483 Mill. Euro beziffert werde. Aus Sicht des Unternehmens liege der Wert jedoch nur etwa bei der Hälfte. Karstadt-Quelle hatte zuvor allein für die Warenhaussparte einen Sanierungsbeitrag der Belegschaft von mindestens 500 Mill. Euro verlangt; hinzu kommen rund 250 Mill. Euro im Versandhandel.

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