Sanierungsversuche gescheitert
Auffanggesellschaft für Babcock

Der neue Chef der insolventen Maschinen- und Anlagenbauers Babcock Borsig AG hat die Schaffung einer Auffanggesellschaft angekündigt, in die Teile der größtenteils zahlungsunfähigen Maschinen- und Anlagenbaugruppe eingebracht werden sollen. Zudem sei es gelungen, das Kühlturm-Geschäft zu verkaufen und damit rund 1300 Arbeitsplätze zu erhalten.

Reuters OBERHAUSEN. Erste Eckpunkte des Konzepts für die neue Gesellschaft sollen noch im August festgelegt werden, im September werde das Konzept dann stehen, teilte Horst Piepenburg am Donnerstag in Oberhausen mit. "Wir wollen alle erhaltenswerten Teile unseres Unternehmens in einem sicheren unternehmerischen Umfeld mit möglichst vielen Mitarbeitern weiter fortführen", erklärte Piepenburg, der seit Anfang Juli an der Babcock-Spitze steht. Er hatte Klaus Lederer abgelöst, den viele im Unternehmen und auf Seiten der Gläubigerbanken für den desolaten Zustand der Babcock-Gruppe mitverantwortlich machen.

Piepenburg hatte zuvor auf einer Sitzung des Konzernbetriebsrates den Stand der Dinge umrissen. Aber auch auf Nachfragen habe er keine Einzelheiten genannt, sagte ein Mitglied des Gremiums. Deshalb tappe man noch völlig im Dunkeln, welche Gesellschaften in der Auffanggesellschaft Platz finden, wie viele Arbeitsplätze dadurch erhalten bleiben und wie diese Gesellschaft finanziert werden solle. Nach einer jüngsten Zählung des vorläufigen Insolvenzverwalters Helmut Schmitz haben knapp 60 Unternehmen im Babcock-Konzern Insolvenzantrag gestellt.

Kühlturm-Geschäft geht in die USA

Der Verkauf des Kühlturm-Geschäfts an die US-Firma SPX Corp bedeutet nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Helmut Schmitz eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen für die zukünftige Insolvenzverwaltung. Offen blieb zunächst, welche Summe durch den Verkauf in die leeren Kassen von Babcock fließen wird. Von den weltweit 1325 Mitarbeitern im Kühlturm-Geschäft des Babcock-Konzerns arbeiten den Angaben zufolge 400 in Deutschland. Das Kühlturm-Geschäft von Babcock passe sehr gut zur strategischen Ausrichtung der SPX, begründete Piepenburg in einer Erklärung den Optimismus hinsichtlich des Erhalts der Arbeitsplätze.

Die Muttergesellschaft Babcock Borsig hatte Anfang Juli den ersten Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der parallel unternommene Versuch, den Traditionskonzern im Weg einer Sanierung zu erhalten, war angesichts eines von vielen Banken als zu hoch beurteilten Finanzaufwandes gescheitert. Bei Babcock sind in Deutschland knapp 13 000 Menschen beschäftigt, weltweit sind es rund 22 000.

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